Ein Brief über Chinas berüchtigtstes Arbeitslager

17-06-2018 16:47:19 Autor:   James Burke Kategorien:   Menschenrechte , Gesellschaft , Videos

Ein Standbild aus einer Animationssequenz, die in dem Film "Brief von Masanjia" verwendet wurde. (Mit freundlicher Genehmigung von Flying Cloud Productions)

Sun Yi nahm lebensgefährliche Risiken auf sich, als er eine einstündige Dokumentation mit dem Titel "Brief von Masanjia" über seine Erlebnisse in einem der berüchtigtsten Arbeitslager Chinas machte. Er starb letztes Jahr in der indonesischen Stadt Jakarta, wo er Zuflucht gesucht hatte, nachdem er wegen seines Glaubens in China brutal verfolgt worden war.

Die Erlebnisse von Sun Yi in dem Arbeitslager Masanjia und ein SOS-Brief, den er in die Hände einer Amerikanerin geschafft hat, stehen im Mittelpunkt des Dokumentarfilms.

Sun Yi war nur einer von vielen Falun Gong-Praktizierenden, die in dem Arbeitslager im Nordosten Chinas festgehalten und brutal gefoltert wurden. Seine Schilderungen wurden im Film mittels Animation nachgebildet.

Der Regisseur des Films, Leon Lee, stellte fest, dass trotz der schrecklichen Dinge, die man Sun Yi angetan hatte, war dieser kein verbitterter Mensch.

„Als er zum Beispiel die Erfahrung der Folter schilderte, war es, als erzählte er die Geschichte eines anderen“,

berichtete Lee der Internetseite SupChina.

„Es war so friedlich und es gab keinen Groll gegen den Folterer oder irgendjemanden, was ich für echte Barmherzigkeit halte.“

Sun Yi und andere hatten einen Großteil der Videoaufnahmen des Films in China gemacht, die dann herausgeschmuggelt wurden. 

 

Sun Yi hält seinen SOS-Brief, der aus dem Arbeitslager Masanjia herausgeschmuggelt werden konnte. (Bild mit freundlicher Genehmigung von Flying Cloud Productions)

 

Während ihrer Dreharbeiten interviewten sie zwei Wächter des Lagers, die die Praktizierenden von Falun Gong folterten. Falun Gong ist eine Meditationspraxis der Buddha-Schule, die im Kern die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht enthält. Der Regisseur Leon Lee fragte Sun Yi, dass es doch zu gefährlich sei, solche Interviews in China zu führen. 

„Aber Sun Yi hatte das Gefühl, dass sie wirklich bedauerten, was sie taten, und die Reue wird für sie eine Erlösung sein,“

sagte Lee. 

Lee erklärte, dass sie die Identität der beiden Wächter in dem Film nicht offengelegt hätten.

Es war Sun Yi`s handgeschriebene SOS-Notiz, die in ein Halloween-Dekorations-Set versteckt, später von Julie Keith, einer Mutter in Oregon, entdeckt wurde und die in 2012 Schlagzeilen machte. Diese Notiz war eine von 20 Notizen, die Sun Yi heimlich schrieb und einige Jahre zuvor in die Verpackung legte, als er wegen seines friedlichen Glaubens in Masanjia eingesperrt wurde. Diejenige Notiz, die Keith erhielt, ist die einzige, die öffentlich bekannt ist. 

 

Sun Yi (rechts) trifft Julie Keith aus Oregon. (Bild mit freundlicher Genehmigung von Flying Cloud Productions)

 

Die Medienberichterstattung bezüglich des Briefes und mehrere andere Berichte, in denen die in Masanjia begangenen Mißhandlungen aufgedeckt wurden, hatten dazu beigetragen, die chinesische Regierung unter Druck zu setzen und ihr System der Umerziehung durch Arbeitslager zu schließen.

Leon Lee gewann eine "Erbsenkörper" -Auszeichnung für seinen Dokumentarfilm Human Harvest (Harvest heißt Ernte) aus 2014 über den Organraub in China.

“Der Brief von Masanjia” kann in Toronto im Hot Docs Ted Rogers Kino - vom 22. bis 26. Juli 2018 - gesehen werden.

Im folgenden Film können Sie die Dankesrede von Leon Lee's Peabody Auszeichnung für den Film Human Harvest sehen: 

https://www.youtube.com/watch?v=VMi1XFHSvYs

 

Übersetzt aus dem Englischen von maria : betke

http://www.visiontimes.com/2018/06/16/the-story-behind-the-letter-that-exposed-chinas-most-notorious-labor-camp.html

 

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