Warum Verbrechen die geistige Leistung der Kinder beeinträchtigen

08-05-2018 15:49:56 Autor:   TROY OAKES Kategorien:   Forschung , Gesundheit

Jugendliche schlafen nachts später ein, wenn sich in der Nähe ihres Hauses ein Gewaltverbrechen ereignet. (Bild: pixabay, CC0 1.0)

Eine neue Studie hat ergeben, dass Gewaltverbrechen unmittelbar das Schlafverhalten der Heranwachsenden verändern und am nächsten Tag das Muster des Stresshormons Cortisol beeinflussen. Beide Aspekte können die schulischen Leistungen der Schüler stören.

Fast 1,2 Millionen Gewaltverbrechen - Tötungsdelikte, sexuelle Übergriffe, Körperverletzung und Raub - wurden 2015 in den Vereinigten Staaten begangen, so das US-Justizministerium.

Jennifer A. Heissel, Ph.D. für humane Entwicklung und Soziologie an der Northwestern Universität, leitete die Studie und erklärte:

„Frühere Forschungen hatten einen Zusammenhang zwischen Gewaltverbrechen und geistiger Leistung festgestellt, aber die Forscher konnten nicht sagen, warum Verbrechen die schulischen Leistungen beeinträchtigen.“

„Sowohl der Schlaf als auch Cortisol sind mit der Fähigkeit verbunden, die schulischen Aufgaben zu erlernen und zu erfüllen. Unsere Studie zeigt einen Pfad, durch den Gewaltverbrechen unter die Haut gehen und die schulischen Leistungen in Mitleidenschaft ziehen.“

 

Die Studie untersuchte die kausalen Signalwege im Zusammenhang mit Schlaf und der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, die die Reaktion des Körpers auf Stress reguliert.

Die Forscher verfolgten die Schlaf- und Stresshormone von 82 Jugendlichen im Alter von 11 bis 18 Jahren in einer großen Stadt im mittleren Westen, die öffentliche Schulen besuchten, in denen es rassistisch zuging und die auch ethnisch sowie sozioökonomisch unterschiedlich waren.

Die Schüler machten täglich Einträge in Tagebücher, trugen Uhren zur Aktivitäten-Überwachung sowie zur Messung des Schlafes und ließen ihren Speichel dreimal täglich testen, um Cortisol zu kontrollieren.

Die Forscher sammelten auch Informationen über alle Gewaltverbrechen, die der Polizei in der Zeit der Studie gemeldet wurden, einschließlich der Fälle, in denen Jugendliche in ihrer Nachbarschaft ein Gewaltverbrechen begangen hatten. Bei jedem Jugendlichen wurde der Schlaf des Schülers in den Nächten nach einem Gewaltverbrechen mit dem Schlaf in den Nächten, in denen keine Gewalttaten in der Nähe begangen wurden, verglichen. Auch die Stresshormone (Cortisol) der Schüler an Tagen nach einem Gewaltverbrechen wurden mit den Stresshormonen an Tagen, an denen keine Gewalttaten in der Nähe begangen wurden, verglichen.

Das Ergebnis war:

Die Jugendlichen gingen später zu Bett, wenn sich in der Nähe ihres Hauses ein Gewaltverbrechen ereignete und hatten deswegen oft weniger Schlaf. Darüber hinaus war der Anstieg des Cortisolspiegels der Jugendlichen am Morgen, nachdem ein Verbrechen vorher in der Nähe aufgetreten war, größer als am Morgen, an dem ein Tag vorher kein Verbrechen verübt wurde. 

Das ist ein Muster, von dem frühere Forschungsergebnisse vermuten ließen, dass der Körper am nächsten Tag mehr Stress infolge der Kriminalität erwartet.

Die Veränderungen im Schlaf und Cortisol waren am größten, wenn das am Vortag begangene Verbrechen ein Mord, eine mäßige Körperverletzung oder ein sexueller Übergriff war, aber es gab keine Änderung nach einem Raub. Emma Adam, Professorin für humane Entwicklung und Sozialpolitik, die auch die Studie leitete, regte an:

„Die Ergebnisse unserer Forschung haben mehrere Auswirkungen auf die Politik. Sie stellen eine Verbindung zwischen Gewaltverbrechen und verschiedenen Mechanismen her, von denen bekannt ist, dass sie die kognitiven Leistungen beeinflussen.“

"Die Ergebnisse können auch zur Erklärung beitragen, warum einige Jugendliche aus einkommensschwachen Familien, die in gefährdeten Wohnvierteln leben, weniger schlafen als Jugendliche aus einkommensstärkeren Familien. Es wird deutlich, dass, obwohl Programme zur Reduzierung von Gewaltverbrechen die beste politische Lösung sein könnten, auch die Schulen Programme oder Methoden anbieten sollten, wie man auf stressreiche Ereignisse wie Gewaltverbrechen in der Nähe reagieren könnte."

Bereitgestellt von: Gesellschaft für Forschung in der Entwicklung von Kindern [Hinweis: Materialien können für Inhalt und Länge bearbeitet werden.]

 

Übersetzt aus dem Englischen von maria aus der Familie betke

http://www.visiontimes.com/2018/05/08/why-crime-affects-a-youths-academic-performance.html