Die umstrittenen Ausstellungen über tote Körper sollen verboten werden

28-04-2018 15:35:22 Autor:   James Burke Kategorien:   China , Menschenrechte , Politik , Wirtschaft

Ein plastinierter Körper aus Gunther von Hagens "Körperwelten" Ausstellung im Jahr 2008. (Bild: Paul Stevenson via flickr / CC BY 2.0)

Eine Koalition von Experten - darunter Rechtsanwälte, Akademiker und Medizinethiker - hat die australische Regierung aufgefordert, eine Ausstellung von gehäuteten und plastinierten menschlichen Leichen in Sydney zu schließen, weil die Leichen von hingerichteten Gefangenen aus China stammen. Es liegen viele Hinweise vor, dass bei den hingerichteten Gefangenen auch politische Gefangene seien.

Die Mitglieder des australischen Komitees der Internationalen Koalition zur Beendigung von Transplantationsmissbrauch in China (ETAC) sandten einen offenen Brief an den australischen Premierminister Malcom Turnbull und andere politische Führer, in dem sie ihre "ernsten Sorgen" über die wahren Hintergründe der Körper in der Ausstellung betonten, die diesen Monat eröffnet wurde.

"Wir fordern dringend, dass Sie sofort Maßnahmen ergreifen, um es zu schließen", steht es im ETAC Brief, der von zwölf Unterzeichnern vorgetragen wird, darunter von Madeleine Bridgett, eine internationale Menschenrechtsanwältin, Wendy Rogers, eine Professorin für klinische Ethik von der Macquarie Universität und der Ethikerin Dr. Sarah Winch von der Medizinischen Fakultät der Universität von Queensland.

Das Hauptproblem der Koalition betrifft die "Unklarheit über die Herkunft" der 20 plastinierten Körper der Ausstellung und 200 öffentlich ausgestellten Körperteile.

„Angeblich kommen die Exponate von den nicht beanspruchten Leichen von Menschen, die im Krankenhaus gestorben sind und vom Büro für öffentliche Sicherheit beschafft wurden. Aber es ist nicht möglich, die Körper als "nicht beansprucht" zu titulieren, da gemäß den Vorschriften und Obduktions-Regeln des chinesischen Ministeriums für Gesundheit vom 22. Februar 1979 erlassen wurde, dass die Körper erst nach 30 Tagen als "nicht beansprucht" erklärt werden können."

beschreibt der offene Brief.

Weiter wird darin ausgeführt:

„Zu beachten ist der Plastinations-Prozess, der die Verwendung von Silizium, Epoxidharz- und andere Polymermischungen beinhaltet, die die Flüssigkeit in dem menschlichen Körper ersetzen, wobei der Plastinationsprozess innerhalb von 48 Stunden nach dem Tod stattfinden muss. Daher ist es nicht möglich, eine Leiche zu plastinieren, die 30 Tage alt ist.“

Anstatt der Herkunft von nicht beanspruchten Körpern, wie die Aussteller behaupten, gibt es stichhaltige Beweise dafür, dass diese von Leichen von hingerichteten Gefangenen und Gewissensgefangenen aus China sind."

Der "Offene Brief" der internationalen Koalition zur Beendung des Transplantationsmissbrauchs in China drängt die australische Regierung die Ausstellung "Wirkliche Körper" zu  schließen.   https://t.co/M3HHCM8zKO    -    Organraub stoppen  19. April 2018

Im Brief wird darauf hingewiesen, dass Tom Zaller, Generaldirektor der Bildenden Ausstellungen in Amerika, „vor kurzem öffentlich anerkannt hat, dass die Körper ‚absolut aus China‘ sind. Er sagte auch, dass es ‚keine Dokumentation‘ hinsichtlich ihren Identitäten noch Beweise gäbe, dass sie zu Lebzeiten für die Spende ihres Körpers nach dem Tod zugestimmt hätten.“

Im Brief wird betont, dass das Ausstellen der Körper die ethische und rechtliche Praxis verletzen kann:

„Das Verwenden von menschlichen Organen und Geweben ohne Einverständnis für finanzielle Vorteile ist das Gegenteil einer ethischen und rechtlichen Praxis wie sie in der Erklärung von Istanbul über Organhandel und Transplantation und im Übereinkommen des Europarates gegen den Handel von menschlichen Organen festgelegt wurde“.

"Ein solches Verhalten des Organhandels und des Organentourismus stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen die internationalen Menschenrechtsrechte dar, und Australien sollte sich nicht daran beteiligen."

Im Brief wird auch erwähnt, dass viele Städte und Länder auf der ganzen Welt, einschließlich Hawaii, Frankreich, Seattle und Israel ähnliche Ausstellungen von plastinierten Menschenleichen verboten haben.

 

Stellen Sie sich vor, die Ausstellungen widerlegen die Vorwürfe, dass sie die Leichen der chinesischen  Gewissensgefangenen verwenden. Sie bestätigen, dass die Kadaver „absolut aus China“ sind, aber geben an, dass es keine Dokumentation gibt, mit der Identität der Personen oder deren Zustimmung zur Spende überprüft werden könnte.

https://t.co / WqJHQcjSjQ

Im Gespräch mit news.com.au sagte Tom Zaller, dass die Anschuldigungen gegenüber der Ausstellung, sie würde Körper und Körperteile von chinesischen Gefangenen benutzen, „unbegründet“ und „beleidigend“ seien.

Tom Zaller erzählte der Internetfirma Timeout in Sydney, dass die in seiner Ausstellung gezeigten Körper und Teile von der Dalian Medical Universität in Nordostchina bereitgestellt wurden, wobei die Operation von einer Person, die als Dr. Hongjin Sui identifiziert ist, arrangiert und überwacht wird. Dr. Sui war einst der Manager für die chinesische Plastination des umstrittenen Unternehmens von dem deutschen Anatomen Gunther von Hagens.

Tom Zaller sagte, dass die "ausgestellten Exemplare im Zeitraum zwischen 2000 und 2004 geschaffen wurden." ‘The Guardian’ berichtete 2004, dass hingerichtete Gefangene angeblich eine Leichen-Quelle seien, die von Gunter von Hagens' Plastinations-Fabrik verwendet werden. Die Zeitung zitierte das deutsche Magazin ‘Der Spiegel’, indem eine E-Mail von Dr. Sui an Gunter von Hagens veröffentlicht war. Dr. Sui schrieb darin, dass er die Leichen von einem ‘jungen Mann und einer jungen Frau’ erhalten hatte. Sie waren an jenem Morgen durch eine Kugel in den Kopf hingerichtet worden und sie wären "frische Exemplare" von "höchster Qualität".

Die 19. internationale Konferenz über Plastination und Workshop-Training findet vom 16. bis 22. Juli 2018 in Dalian, China statt. Weitere Informationen finden Sie unter https://t.co/zvtDTLq2DO@plastinacion@tyukyunkunpic.twitter. Com / dElksOZvP2@Plastinate, @PlastinationFan@jesamynspecimen,  - Hoffen Plastinat Probe (@HoffenSpecimen 4. Januar 2018)

 

Verbunden mit den Verbrechen des Organraubs

Mitte 2016 hat der kanadische Menschenrechtsanwalt David Matas, ETAC-Mitbegründer, eine Anhörung vor dem Unterkomitee des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses in Washington, DC, angekündigt, wo er die Herkunft der für diese Art von Ausstellungen verwendeten Körper und Körperteile verdächtigt.

"Es gibt überzeugende Beweise dafür, dass Praktizierende von Falun Gong sowohl für die Plastination als auch für die Organbeschaffung getötet werden",

bezeugte Matas.

"Niemand im Westen hat den Organtransplantationsmissbrauch in China bezeugt; dennoch haben sehr viele die plastinierten Körper aus China auf der Ausstellung gesehen", betonte David Matas, ein Nobelpreisträger. 

"Die Plastination ergibt eine sofortige, weit verbreitete, öffentlich sichtbare Realität für den Missbrauch, was die Tötung von Unschuldigen wegen ihren Organen nicht kann", fügte Herr Matas hinzu.

David Matas hat zusammen mit dem ehemaligen kanadischen MP David Kilgour und dem untersuchenden US-Journalisten Ethan Gutmann den Bericht “Blutige Ernte / Die Schlachtung - aktualisierte Version” zusammengestellt, der 600-plus Seiten umfasst und am 22. Juni 2016 veröffentlicht wurde.

Die Informationen bezüglich der Tötung von unschuldigen Falun Gong-Praktizierenden und der Plastination nehmen sechs Seiten des Berichts ein, der sich hauptsächlich auf die zahlreichen Organentnahmen in China richtet. Die Autoren des Berichts geben an, dass die gleiche Sammlung von Beweisen, die die Zwangsorganentnahmen von Falun Gong-Praktizierenden aufdecken, relevant für ihre Aussagen zur Plastination sei. Falun Gong ist eine Kultivierungsmethode, bei der sich die Kultivierenden nach den drei Prinzipien der Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Toleranz orientieren und wird von der Kommunistischen Partei Chinas brutal verfolgt. Seit 2001 wird der systematische Organraub an den Falun Gong Praktizierenden betrieben. 

„Der Handel mit menschlichen Kadavern ist ein Geschäft geworden. Plastinierte Proben werden öffentlich mit einem Preis bewertet und gehandelt. Die Regierung von China fordert Gebote für solche Geschäfte“, erklärt der Bericht, und bietet auch Exemplare für die Lieferanten von plastinierten Kadaver mit Sitz in der chinesischen Stadt Dalian in der nördlichen Provinz Liaoning an.

Der Bericht konzentriert sich auf Dr. Sui Hongjin, der die plastinierten Körper und Körperteile für die Ausstellung lieferte, die jetzt in Sydney gezeigt werden. In diesem Kurzfilm von "China Unzensiert" finden Sie weitere Informationen über plastinierte menschliche Leichen aus China:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=Ebm5yDcV_pU

 

 Übersetzt aus dem Englischen von maria : betke

http://www.visiontimes.com/2018/04/23/experts-want-shutdown-of-controversial-dead-bodies-exhibition.html