Ein General, der siegen konnte, ohne zu kämpfen

20-03-2018 14:39:18 Autor:   Taste of life Kategorien:   China , Gesellschaft , Legenden

Guo Ziyi hatte in den kaiserlichen Prüfungen den höchsten Rang eines Kampfkünstlers erreicht. Aber als er Premierminister ohne den üblichen Hintergrund der freien Künste wurde, trat er in den Rang einer Legende ein. (Bild: Taste of Life)

Chinas Militärgeneräle veränderten die Geschichte von Zeitalter zu Zeitalter und hinterließen Legenden hinter sich. Sie trotzten den Kämpfen, waren ihren Königreichen treu und waren weise sowie mutig. Sie beherrschten die Kriegskunst und verstanden die versteckten Pläne des Schicksals. Höre genau zu, dann befindest Du Dich auf dem Schlachtfeld und siehst, wie ihre Pferde galoppieren.

Guo Ziyi, ein General und Anführer während der berühmten Tang-Dynastie, hatte die seltene Ehre, tatsächlich auswärts zu leben, wie die alten Bücher dies bei den chinesischen Beamten beschrieben hatten. 

Guo Ziyi, einer der berühmtesten und angesehensten Generäle der chinesischen Geschichte, diente vier Kaisern. (Bild: Taste of Life)

 

 

Eines der grundlegenden Konzepte des strategischen Denkens in China, wie es in der klassischen Kriegskunst erzählt wird, ist das Konzept, "in all den Schlachten zu kämpfen und zu siegen ist nicht die höchste Fähigkeit. Die höchste Fähigkeit besteht darin, den Widerstand des Feindes zu brechen, ohne zu kämpfen." Aber wie viele chinesische Generäle taten das?

Guo Ziyi aus der Tang-Dynastie (618-907) tat es.

"Er war überall in China allmächtig, aber die Kurtisanen beneideten ihn nicht", kündigte magnum opus, Vol. 70, Das alte Buch von Tang. "Seine Taten waren im ganzen Land bekannt, aber der Kaiser zweifelte nicht an ihm." Guo wurde 85 Jahre alt, was selten war. Er zeugte acht Söhne, und sie, zusammen mit seinen sieben Schwiegersöhnen, hielten im Erwachsenenalter wichtige Positionen. 

Ziyis lange und illustre Militärkarriere beinhaltete große Schlachten mit uigurischen und tibetischen Minderheitsgruppen, deren Invasionen er zurückstieß, ohne Soldaten oder Waffen einzusetzen. Sein Ruf allein war ausreichend, über Jahrzehnte aufgebaut, in denen er mutig kämpfte und Feinde überlistete.

Im Jahr 763, als sich die Tang-Dynastie gerade von der verheerenden An-Shi-Rebellion von 755-763 erholte, befand sich eine massive Truppe tibetischer Krieger in Chang'ans, der Haustür der Hauptstadt, bereit zu rauben und zu plündern. Ziyi entsandte sofort Späher, um an Orten, die die Tibeter sehen würden, Hunderte von Feuern anzuzünden - und sie denken zu lassen, dass Truppen dort lagerten. Zur gleichen Zeit ließ er Chang'anesen Feuerwerke anzünden und Gongs schlagen. Die Tibeter, von der Aufregung erschrocken, dachten, sie seien umzingelt und flohen.

Guos wichtigste Nicht-Schlacht fand zwei Jahre später statt. Ein verräterischer Marschall, Pugu Huai'en, ergriff die Gelegenheit, Unruhe zu stiften und brachte die Uiguren und Tibeter dazu, erneut in Chang'an einzufallen. Dreihunderttausend feindliche Soldaten waren im Begriff, den Ort zu überfallen. Ziyi, mit nur 10.000 Soldaten, wurde geschickt, um sie zu stoppen.

Mit fast 70 Jahren entschied Ziyi, dass die beste Lösung einfach darin bestand, zum Uiguren-Kommandeur zu gehen und die Angelegenheit zu besprechen. Seine eigenen Beamten hielten es für zu riskant - aber Ziyi ging voran. Auch Guos Sohn wendete ein, "Du wirst Dich den Tigern zum Fraß hergeben." Ziyi antwortete: „Unser Land ist in einer Leben-und-Tod-Situation. Wenn ich die Uiguren überzeugen kann, auf unserer Seite zu stehen, kann das Land sicher sein. Was gibt es noch zu bedenken?“ Er schlug die Hand seines Sohnes von seinem Pferd weg, zog die Zügel und galoppierte davon.

Der argwöhnische Uigurier befahl seinen Soldaten, sich weiterhin auf den Kampf vorzubereiten. Ziyi sah dies, warf seine Rüstung und Waffen beiseite, als er näher ritt. Ziyi kannte diese Truppen bereits: Sie hatten unter ihm gedient, als er andere Rebellen niederlegte. Ziyi, freundlich und großzügig gegenüber den Uiguren, war für sie eine Vaterfigur geworden. Als sie ihn erkannten, knieten die Uiguren nieder.

Als die Uiguren Ziyi sahen, erkannten sie, dass Huai'en sie zum Angriff verleitet hatte. Schnell schlossen sich die Uiguren sogar mit Ziyis Armee zusammen, die eine Armee, weswegen sie geschickt wurden, diese zu besiegen. Da sie das Wort gegenüber den Tibetern gebrochen hatten, flohen sie über Nacht.

Ziyi "brach den Widerstand des Feindes ohne zu kämpfen" auch vor Gericht. Ziyi wehrte die Schläge der engstirnigen Beamten ab, die seine Leistungen und Nähe zum Monarchen beneideten.

Der hinterhältige Eunuch Yu Chao'en, der militärische Attaché von Kaiser Suzong, war einer der gefährlichsten. Yu verlor eine große Schlacht und beschuldigte Ziyi. Der Kaiser Suzong, der dem betrügerischen Eunuchen vertraute, entzog Ziyi seinen militärischen Rang. Ziyi jedoch behielt keinen Groll: Er wartete einfach, und als der nächste Kaiser auf den Thron stieg, wurden seine Position und seine Befugnisse wieder eingesetzt. 

General Guo Ziyi, dargestellt vom Künstler Zhou Shangguan aus der Qing-Dynastie (1644-1911). Dieses Bild wurde erstmals 1921 veröffentlicht. (Bild: Taste of Life)

 

Im Laufe der Jahre zeigte Ziyi das wahre Ausmaß seiner Großherzigkeit, am einprägsamsten, nachdem Yu Ziyis Vatergrab geplündert hatte. Die Plünderung eines Familiengrabs gehörte zu den respektlosesten und beleidigendsten Taten im alten China, und Ziyi hätte leicht die Schuld des arroganten Yu beweisen können. Das hätte jedoch eine massive Spaltung im Zentrum des Tang-Staates verursacht und die Dynastie gefährdet.

Ziyi ging den außergewöhnlichen Schritt, sein persönliches Interesse und seine Ehre unter die Sicherheit des Landes zu stellen. Ziyi, den zahllose Soldaten als Vater ansahen und ohne Frage gehorchten, machte sich selbst für die Plünderung verantwortlich. Während der Schlacht waren seine Soldaten sorglos gegenüber den Gräbern anderer Familien gewesen, und jetzt, da sein eigener Vater ausgeraubt wurde, erklärte er, dass es göttliche Vergeltung sein muss. Es tat ihm sehr leid, beklagte er, dass er nicht der Führer gewesen war, der er sein sollte.

 

Übersetzt von maria aus der Familie betke 

http://www.visiontimes.com/2018/03/10/a-general-who-conquered-without-fighting.html

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