Pipa: Die traditionelle Gitarre in China

31-01-2018 13:29:56 Autor:   Visiontimes Kategorien:   Traditionelle Kultur , Freizeit

Die Pipa ist ein traditionell chinesisches Instrument. (Bild von Shen Yun Performing Arts YouTube/Screenshot)

Die Pipa, ein Saiteninstrument, wird oft als chinesische Laute bezeichnet und könnte an eine westliche Gitarre erinnern. Die Geschichte des Instruments reicht über 2.000 Jahre zurück. In der Tang-Dynastie (618-907) erlangte sie große Popularität. Als Instrument für Feen und vornehme Damen erscheint die Pipa in Gemälden jener Zeit. Die Dichter lobten den feinen und raffinierten Klang dieses Instruments.

Bai Juyi (772-846) schrieb die berühmtesten Verse über eine Pipa-Spielerin:

Die kühnen Saiten klirrten wie Spritzer von einem plötzlichen Regen.

Die dünnen Saiten summten wie das Flüstern der Liebenden,

plaudernd und schnatternd, schnatternd und plaudernd,

wie Perlen, groß und klein, auf eine Jadeplatte fallend.

 

Der Name des Instruments soll eine Beschreibung der Spieltechnik sein: "pi" bedeutet das Zupfen mit dem Finger in einer Vorwärtsbewegung, während "pa" das Rückwärtszupfen heißt.

 

Musiker in einer Szene aus dem Paradies, Yulin Cave, Tang-Dynastie. (Bild: wikimedia / CC0 1.0)

 

Da die Tang-Dynastie die Zeit war, in der Religionen, Wirtschaft und Kultur aufblühten, kamen viele Ausländer über die Seidenstraße nach China. Unter ihnen gab es persische Musiker, die die persische Schwester der Pipa, die "Barbat", spielten und ihre Spieltechniken als Lehrer weitergaben oder als Musiker für den Adel dienten.

Die charakteristische Birnenform des Instruments soll von diesem persischen Einfluss abgeleitet sein. In der Tang-Dynastie änderte sich jedoch die runde Form des Instruments zu der Form, die wir heute kennen. Viele der alten Pipas, die aus dieser Zeit überlebt haben, sind mit aufwendigen Schnitzereien und Mustern auf der Rückseite verziert.

Die Pipa ist stark mit dem Buddhismus verbunden. In den berühmten Höhlen von Dunhuang gibt es unzählige Darstellungen von fliegenden Feen, die Pipas spielen.

 

Ein Gemälde aus den Mogao-Höhlen der späten Tang-Dynastie. (Bild: pixabay / CC0 1.0)

 

In Korea und Vietnam entwickelten sich regionale Varianten des Instruments. In Japan wurde die Pipa im 8. Jahrhundert unter dem Namen "Biwa" bekannt. Benten, eine Shinto-buddhistische Göttin des japanischen Volkstums, wird oft mit einer Biwa dargestellt. Sie wurde als Göttin der Weiblichkeit und als Schutzgöttin der Geishas verehrt, die das Instrument spielten.

Seit den Sui- (580-618) und Tang-Dynastien ist die Beliebtheit der Pipa konstant geblieben. Sie kam in höfischen Unterhaltungsorchestern, Folkloreensembles und als Soloinstrument zum Einsatz. Während in den alten Tagen die Pipa-Spieler das Instrument waagerecht hielten und ein großes Plektron zum Spielen verwendeten, wurde das Plektrum in China schon in der Tang-Dynastie aufgegeben, und die Musiker zupften die feinen Seidensaiten mit den Fingernägeln und hielten das Instrument senkrecht. Die Plektrum-Methode ist noch heute in Japan vorherrschend.

 

Ein Wandgemälde aus dem Grab von Xu Xianxiu in Taiyuan, Provinz Shanxi, ist datiert auf 571 nach Christus, die Zeit der Nördlichen Qi-Dynastie, und zeigt männliche Hofmusiker, die Pipa und Liuqin spielen, sowie eine Frau, die einen Konghu spielt. (Bild: wikimedia / CC0 1.0)

 

Mit dem Wechsel des Geschmacks in der heutigen Zeit neigen die Musiker dazu, Nylon- oder Metallsaiten aufzuziehen, um einen lauteren Klang zu erzielen. Diese starken Materialien verlangen eine kraftvolle Zupftechnik, und falsche Fingernägel aus Kunststoff oder Metall wurden notwendig. Eine weitere Veränderung nach dem modernen Musikverständnis wurde in der Stimmung vorgenommen: Moderne Pipas werden üblicherweise in A-E-D-A gestimmt.

Während die alte Pipa nur 5 bis 6 Bünde nutzte, stieg die Anzahl der Bünde im 20. Jahrhundert auf 31, wobei sie eine komplette europäische Skala mit 12 Halbtönen aufwies - so wie das Leben komplizierter wurde, tat es die Musik auch.

 

Aus dem Englischen übersetzt von maria aus der Familie betke

http://www.visiontimes.com/2018/01/29/the-pipa-the-traditional-chinese-guitar.html

 

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