Eine begabte 90-jährige Großmutter, die auf fast alles malt

09-12-2017 12:13:37 Autor:   Billy Shyu Kategorien:   China , Gesellschaft , Freizeit , Videos

Die Großmutter Wang Chen Min-chu malt auf fast alles. (Bild: Billy Shyu /Visiontimes)

Es ist üblich, Ölgemälde auf Leinwänden zu bestaunen, aber es ist ungewöhnlich, sie auf Geschirr, Stühlen, Taschentüchern, Taschen und anderen Haushaltsgegenständen zu sehen. 

Geboren 1927 im ländlichen Tainan in Südtaiwan, war Wang Chen Min-chu eine Grundschullehrerin in ihrer Heimatstadt. Wegen der Karriere ihres Mannes zog sie in den 1960er in die Metropole Taipei, wo sie mit großem Interesse eine Vielzahl neuer Dinge lernte, darunter Brötchenbacken, Schneidern, Blumenbinden und Frisurkunst.

 

Blumen-Gemälde von Wang Chen Min-chu auf einer Bratpfanne. (Bild: Julia Fu / Vision Times)

 

In Taipei führte sie schließlich in den 1970er Jahren einen Schönheitssalon etwa zehn Jahre lang. Es wurde gemunkelt, dass sie eine der ersten Friseure war, die Audrey Hepburns pilzförmigen Frisurstil nach Taiwan brachten. Einmal erhielt sie die Bezeichnung "Haardoktorin", weil sie die Beschädigung der Haare ihrer Kunden behandelte.

Nachdem ihr Schönheitssalon aus familiären Gründen geschlossen wurde, begann sie, sich mit Ölmalerei zu beschäftigen, um die starken Gefühle, die tief in ihrem Herzen und im Kopf waren, auszudrücken. An einem Tag im Jahr 1987, als sie zusammen mit ihrem Ehemann eine Gemäldeausstellung besuchte, bemerkte sie eines der Werke des prominenten chinesischen Meisters Huang Jun-Bi (黃君璧, 1898-1991).

 

Blumen auf dem Küchenschneidebrett von Wang Chen Min-chu (Bild: Julia Fu / Vision Times)

 

Weil ihr Mann nicht bereit war, das teure Stück zu kaufen, kam ihr die Idee, selbst malen zu lernen. Sie meldete sich bald zu einem von der Stadtverwaltung von Taipei organisierten Ölgemälde-Kurs an. Ihre Leidenschaft für die Ölmalerei war so groß, dass sie circa vier Jahre lang Malkurse besuchte, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.

 

Fischmotiv auf dem Schneidebrett von Wang Chen Min-chu (Bild: Julia Fu / Vision Times)

 

Auf diese Weise begann sie ihre Ölgemälde-Reise. Neben Malen auf Leinwänden malt sie auch nur zum Spaß auf gebrauchten Schneidebrettern, Pfannen, Stühlen, Bänken, Taschentüchern, Taschen und anderen Küchenutensilien.

 

Blumen auf der Stofftasche von Wang Chen Min-chu    (Bild: Billy Shyu / Vision Times)

 

Zu ihrer Überraschung gefielen ihre Bilder ihren Verwandten und Freunden, die sie begeistert deren Familienangehörigen zeigten. Inspiriert von den positiven Rückmeldungen widmete Wang Chen Min-chu ihrer Malerei mehr Zeit.

Anfang dieses Jahres stieß ein junger Künstler, der für eine Galerie in Taipei arbeitet, zufällig auf Wang Chens Gemälde auf Facebook und war tief beeindruckt. Infolge der Bemühungen dieses jungen Künstlers leitet Wang Chen vom 1. November bis zum 31. Dezember 2017 ihre erste Ausstellung bei der Firma Legends Digital Services Corp. in Taipei.

 

Das Porträt zeigt die Enkelin von Wang Chen Min-chu, die an der Taiwans Elite-Universität studiert hat.  (Bild: Billy Shyu / Vision Times)

 

Unter ihren ausgestellten Werken hat ein Stück mit dem Titel "The Homeland at Twilight" ("Heimat in der Dämmerung") viele Zuschauer fasziniert. Als Zeugin des Zweiten Weltkrieges und der scharfen Not während der Zeit des Kriegsrechts in Taiwan verwendet Wang Chen Pinsel und Klingen, um ihre tief verwurzelten Gefühle auf der Leinwand auszudrücken. Dieses Stück zeigt die Szenarien von Ausgewanderten, die aus der Ferne die gute alte Zeit in ihrer Heimat nostalgisch finden.

 

Das Bild mit dem Titel "The Homeland at Twilight" (Home 的 故鄉) zeigt die Szenarien von Ausgewanderten, die aus der Ferne Nostalgie für die gute alte Zeit in ihrer Heimat empfinden. (Bild: Billy Shyu / Vision Times)

 

Die "Heimat in der Dämmerung" ist in der Tat ein berühmtes taiwanesisches Lied, ursprünglich aus Japan kommend, mit einer berührenden Melodie. Im Gemälde befinden sich mehrere alte Häuser inmitten eines Weizenfeldes, wo die Dorfbewohner mühsam unter 25 Sonnen Feldarbeit leisten.

 

Berge und eine Stadt von Wang Chen Min-chu auf der Ausstellung in Taipei. (Bild: Billy Shyu / Vision Times)

 

Obwohl Wang Chen Min-chu ziemlich alt ist, ist sie immer noch davon begeistert, verschiedene Maltechniken zu lernen, einschließlich Realismus, Pastiche und Abstrakt.

 

Wang Chen Min-chu auf ihrer ersten Gemälde-Ausstellung in Taipei. (Bild: Billy Shyu / Vision Times)

 

Vor etwa vier Jahren begegnete sie einem lokalen Künstler, der ihre Talente sehr schätzte. Kurz darauf begann sie Maltechniken nach dem Zufallsprinzip von ihm zu lernen. Derzeit arbeitet sie an ihrem Selbstportrait und sagte, dass es etwas zur Erinnerung für ihre Familie wäre.

 

Selbstportrait von Wang Chen Min-chu in ihrem Studio im Randgebiet von Taipei, Taiwan. (Bild: Billy Shyu / Vision Times)

 

Wang Chen Min-chu beteuert, die Malerei habe ihr Leben wirklich bereichert und sie werde weiterhin mehr Werke schaffen. Sie betonte, dass alle Erlöse aus dem Verkauf ihrer Bilder an Wohltätigkeitsorganisationen und Minderheitengruppen gespendet werden.

 

Blumenbouquet von  Wang Chen Min-chu auf der Gemälde-Ausstellung in Taipei. (Bild: Billy Shyu / Vision Times)

 

Wang Chen Min-chu ist ein anschauliches Beispiel für lebenslanges Lernen und eine positive Lebenseinstellung. Ihr großes Mitgefühl ist eine Inspiration und wird sicherlich vielen Menschen in Erinnerung bleiben.

 

Übersetzt aus dem Englischen von maria aus dem Hause betke, Verfasser Billy Shyu,                        http://www.visiontimes.com/2017/12/04/a-gifted-90-year-old-grandmother-who-paints-on-everything.html

 

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