Immer dem Lichte entgegen – die Sonnenblume

29-06-2016 23:33:41 Autor:   Ariane Gavizzoli-Gündel Kategorien:   Umwelt , Ernährung

Amerikanische Ureinwohner sahen die gelbleuchtende Pflanze als Abbild ihrer Gottheiten. Zeichnungen von Sonnenblumen wurden auf Fassaden von heiligen Stätten gefunden. (Bild: Pixabay)

Im Sommer an einem Feld mit goldgelben, strahlenden Sonnenblumen vorbei zu fahren, ist einfach herrlich. Die Sonnenblume gilt als ein Symbol für Wärme und Zuversicht. Kein Wunder, dass diese starke Pflanze nicht nur Maler inspirierte – auch Dichter und Schriftsteller lobten ihre Schönheit und Blühkraft.

 Die wilde Sonnenblume

Ursprünglich stammte die Sonnenblume aus Nord- und Mittel-Amerika. Die damaligen Ureinwohner sahen die gelbleuchtende Pflanze als Abbild ihrer Gottheiten. Zeichnungen von Sonnenblumen wurden auf Fassaden von heiligen Stätten gefunden. Schon vor 5.000 Jahren erkannten die Menschen den Wert der Sonnenblume. Wie archäologische Funde belegen, wurden die ölhaltigen Samenkerne sowie Blüten, Wurzeln, und Stiele der Pflanze als Nahrungs- und als Heilmittel genutzt.

Spanische Seefahrer brachten die ersten Sonnenblumensamen nach Europa. Im 17. Jahrhundert röstete man die Kerne als Ersatz für Kaffee oder nahm sie als Schmuck für Backwaren. Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde die Sonnenblume in Russland als Öllieferant und Nutzpflanze entdeckt und angebaut. Die größten Anbaugebiete liegen auch heute noch in Osteuropa. Große Sonnenblumenfelder finden wir aber auch in Frankreich und Nordamerika.

Die damaligen Ureinwohner sahen die gelbleuchtende Pflanze als Abbild ihrer Gottheiten. (Bild: Pixabay)

 

Lichtabhängig und wärmeliebend

Wie ein Kompass zeigt uns die Sonnenblume den Verlauf der Sonne. Ihre Blüten und auch ihre Blätter bewegen sich am Tag von Ost nach West, dem Lauf der Sonne folgend. In der Nacht kehren die Blütenknospen nach Osten zurück, um am darauffolgenden Morgen wieder dem Lauf der Sonne zu folgen. Diese Bewegung wird von einigen Motorzellen im Pulvinus, einem flexiblen Segment des Stammes unterhalb der Knospe, ausgeführt. Man nennt dieses Verhalten Heliotropismus.

Blütenaufbau und Lebensbedingungen

Die Sonnenblume will hoch hinaus, immer dem Licht entgegen. Ihre Wuchshöhe kann zwei bis drei Meter erreichen. Oberhalb des rauhaarigen Stängels befinden sich die attraktiven Blütenstände. Hummeln, Bienen und Schmetterlinge werden angelockt, die für die Bestäubung sorgen. Die wärmeliebende, einjährige Sommer-Pflanze bevorzugt einen sonnigen Standort. Hauswände, Zäune oder ein nach Süden ausgerichteter Balkon sind ideal für die Aussaat von Sonnenblumensamen. Bereichere Deinen Garten und säe den Samen am besten im April oder Anfang Mai aus, wenn die Temperaturen langsam anfangen zu steigen.

 Vom Nutzen der Sonnenblume

Die Repräsentanten der Sonne und des Sommers sind ausgesprochen nützlich: Die Kerne der Sonnenblume enthalten viel Eiweiß und die Vitamine E, B, A und F, sowie Karotin, Calcium, Jod und Magnesium. Besonders wertvoll ist das aus den Samen gewonnene Öl. Das Öl hat einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, die für unsere Ernährung besonders wertvoll sind. Ob zur Wundbehandlung, als Rheuma-Massage-Mittel oder zur Entgiftung, als Füllmaterial für Gelantine-Kapseln, Salben oder Cremes, für Farben und Lacke oder Konservierungsmittel, das Sonnenblumenöl bietet eine Vielzahl an Einsatzgebieten. Auch Margarine und Mayonnaisen werden aus dem Öl der Sonnenblume hergestellt.

Die Kerne der Sonnenblume enthalten viel Eiweiß und die Vitamine E, B, A und F, sowie Karotin, Calcium, Jod und Magnesium. (Bild: Pixabay)

 

Bestimmte Sorten mit viel Blattsubstanz finden ihren Nutzen in der Landwirtschaft als Futtermittel oder Gründüngung für die Felder. Sogar die Rückstände aus der Ölgewinnung, der sogenannte „Ölkuchen“, wird genutzt und kommt den Tieren zugute.

Diese schöne sommerlich-majestätische Pflanze ist ein Muss für jeden heimischen Garten. An heißen Tagen einen köstlich, frischen Mischsalat – angemacht mit Sonnenblumenöl und bestreut mit Sonnenblumenkernen – zu genießen, ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Vögel lieben eine gehaltvolle Kerne-Mahlzeit und Insekten sammeln gerne Sonnenblumen-Nektar.

 

 

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