Die wichtigsten Knoten für Outdoorer

15-04-2016 21:45:37 Autor:   Maria Betke Kategorien:   Videos , Freizeit

Mit Konzentration und ein wenig Geschick lassen sich starke Knoten verschiedenster Art herstellen. Hier sind sieben Knoten erklärt, die Dir, wenn Du draußen unterwegs bist, nützlich sein können.

 

1. Mastwurf

Der Webeleinenstek, Webleinstek oder Mastwurf ist ein Knoten zur Befestigung einer Leine an einem Gegenstand. Teilweise ist er auch als Achterschlinge bekannt. Dieser Knoten verklemmt sich auch bei größerer Belastung kaum, kann aber bei einseitiger Belastung abrollen oder sich lockern.

Der Mastwurf ist einer der wenigen Knoten, die in der Mitte einer Leine angelegt werden können, obwohl die Enden (seemännisch: Tampen) nicht frei sind. Er kann gesteckt, gelegt oder geworfen werden.

 

Der Mastwurf , hier an einem Karabiner befestigt. (Bild: Wikipedia)

 

 

2. Garda-Rücklaufsperre

Besser bekannt unter Gardaschlinge oder Gardaklemme bzw. -knoten wird als Rücklaufsperre dort angewendet, wo ein Seil bei Zug in eine Richtung blockieren, aber in die andere Richtung gleiten soll. Ihr Vorteil ist, dass die Schlinge ohne große Hilfmittel einzusetzen ist. Benötigt werden nur zwei baugleiche Karabiner in einer Schlaufe des Expresssets, ersatzweise eines Reepschnur-Stropps. Zu beachten ist, dass die fertige Gardaschlinge bei Zug am Lastseil blockiert. Das System ist einfach und sicher. Dabei gibt es allerdings den Nachteil, dass die Klemmung erst bei Entlastung des Lastseiles gelöst werden kann.

Die Gardaschlinge wird in der Bergrettung, bei der Spaltenbergung auf Gletschern und bei der Höhenrettung eingesetzt.

 

Die Gardaschlinge, hier an einem Expressset angebracht. (Bild: Wikipedia / gemeinfrei)

 

3. Gesteckter Achterknoten

Der Achterknoten (gesteckt) wird sowohl bei den alpinen Organisationen, als auch bei den Rettungsorganisationen gelehrt und gilt dort als einer der wichtigsten Knoten. Was macht ihn so besonders?

Bei einem Achterknoten behält das Seil 63 % seiner Reißfestigkeit. Damit ist der Achterknoten fast jedem anderen Schlaufen-Knoten überlegen und gilt als ein Knoten mit hoher Knotenfestigkeit. Gleichzeitig ist der Achterknoten auch nach hoher oder mehrfacher Belastung leicht wieder lösbar. Diese Eigenschaften sind besonders bei Sturzbelastung wichtig und machen ihn zu einem idealen Knoten zum Anseilen im Klettersport. Die genannten Punkte machen ihn zu einem sicheren Knoten.

In der Seefahrt spielt der doppelte Achterknoten fast keine Rolle. Stattdessen wird dort der Palstek als feste Schlaufe für fast alle Anwendungen verwendet. Unter Achterknoten verstehen Segler meistens die Endacht.

 

Der Achterknoten. (Bild: Wikipedia / gemeinfrei)

 

4. Prusikschlinge

Der Prusikknoten, auch Prusikschlinge genannt, ist ein Klemmknoten, der sich unter Belastung zuzieht und bei Entlastung wieder lockert. Er ist nach Karl Prusik benannt, einem Musiklehrer in Wien, der ihn 1931 erfand. Die Technik des Aufstiegs am Seil mit einer Prusikschlinge nennt man „prusiken“.

Der Prusikknoten wird von Bergsteigern, Höhlenforschern und Pfadfindern verwendet, um an einem herabhängenden Seil aufzusteigen. Dazu werden zwei Steigschlingen mit einer Länge von etwa 150 cm verwendet, die abwechselnd am Seil nach oben geschoben werden.

Beim Abseilen wird er als Sicherung am Bremsseil verwendet. Der lockere Prusikknoten wird beim Abseilen von Hand mitgeführt und verklemmt sich, falls der Kletterer das Seil loslässt.

Bei der Spaltenbergung wird damit ein Flaschenzug gebaut, um einen am Seil hängenden Bergsteiger heraufzuziehen. Prusik nannte den Flaschenzug „St. Bernhard“. Zur Selbstrettung aus einer Gletscherspalte wird der Prusik für die Münchhausentechnik verwendet.

Einen glatten Stab aus dem Boden zu ziehen, klappt ebenfalls mit dem Prusikknoten, der eine gute Klemmwirkung auf die glatten Flächen bringt. Auch das Gegenteil, einen Stab in die Erde zu treiben, gelingt mit einem Prusikknoten und einer Fußschlinge.

Die Prusikschlinge. (Bild: Wikipedia / gemeinfrei)

 

5. Sackstich

Der Sackstich dient zum Herstellen einer Schlaufe oder als einfache und schnelle Verbindung zweier Seile. Er hält vergleichsweise schlecht, in der Tropfenform beträgt die Knotenfestigkeit etwa 44 %, in gesteckter Form 63 %. Zudem ist er nach Belastung kaum mehr zu lösen.

Beim Abseilen mit Doppelseil verwenden Bergsteiger häufig diesen Knoten in Tropfenform. Er ist leicht zu kontrollieren und verklemmt sich beim Abziehen selten in einer Felsspalte. Da gegenüber der Zugfestigkeit des Seils die Kräfte verhältnismäßig gering sind, spielt die Knotenfestigkeit eine untergeordnete Rolle.

 

Der Sackstich in Tropfenform. (Bild: Wikipedia / gemeinfrei)

 

6. Achterknoten

Der Achterknoten kann gelegt und gesteckt werden. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass mit einem gesteckten Achterknoten z.B. eine Gurtöse oder ein Ankerpunkt direkt eingebunden werden kann.

 

7. Spierenstich

Der Spierenstich ist ein Knoten zum Verbinden zweier Seile.

In den frühen Zeiten des Alpinismus wurde mit dem Spierenstich eine feste Schlaufe geknüpft und der erste sowie der letzte Bergsteiger einer Seilschaft damit in das Bergseil eingebunden. Heute benutzt man dafür Klettergurte.

Als Fischerknoten hat er den Ruf, stark gleitende Angelleinen oder nasse schmutzige rutschende Leinen oder Taue sicher miteinander verbinden zu können. Jedoch besteht bei Belastung die Gefahr, dass dieser Knoten sich öffnet. Daher solltest Du, wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, den doppelten Spierenstich nutzen.

 

Der Spierenstich. (Bild: Wikipedia / gemeinfrei)

 

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