Chinesisches Tagebau-Projekt wird sehr wahrscheinlich Hunderten australischen Koalas das Leben kosten

01-03-2016 20:41:03 Autor:   James Burke Kategorien:   Politik

Es wird angenommen, dass etwa 260 Koalas derzeit auf acht Quadratkilometern Waldfläche leben, die nun für die Errichtung einer Mine abgeholzt werden sollen. (Bild: Wayne Butterworth via flickr/ CC BY 2.0 )

Die chinesische Shenhua Gruppe hat die Genehmigung erteilt bekommen, in Australien einen Tagebau auf 3,5 Quadratkilometern der Liverpool Plains zu errichten. Dies bedroht das Leben Hunderter Koalas. Ein australisches Gericht hat nun entschieden, dass die riesige Kohlemine die Erlaubnis hat, den Lebensraum der ohnehin schon bedrohten Koalas zu zerstören. Die Mine befindet sich auf landwirtschaftlich fruchtbarem Boden 400 Kilometer nordwestlich von Sydney. Die Region ist für ihre Koalas bekannt und wird auch als „Koala-Hauptstadt Australiens“ bezeichnet.

Es wird angenommen, dass etwa 260 Koalas derzeit auf acht Quadratkilometer Waldfläche leben, die nun abgeholzt werden soll.

Shenhua sagte, dass sie die Koalas umsiedeln werden, wenn sie sich nicht selbst natürlich zerstreuen würden. Die Firma gibt jedoch zu, dass die Umsiedelung ein erhebliches Risiko für das Überleben der Tiere birgt. Biologen kommentierten außerdem, dass die Mine den Migrationszug der Koalas abschneide.

Laut Take Part sagte David Paull, ein Dozent für Geography in the School of Physical Environmental and Mathematical Sciences (PEMS) an der renommierten University of New South Wales, im September:

Ich bin sehr besorgt darüber, wie es mit der Population der Koalas in Zukunft aussehen wird.

„Wenn wir diesen Bestand verlieren, wird das die Gesamtpopulation schwächen und der Standort der Mine wird die Koalas davon abhalten, sich frei in diese Zone hinein und aus ihr heraus bewegen zu können. Es könnte in einem Desaster enden“, äußert sich David Paull weiter.

2008 zahlte Shenhua 215 Millionen Dollar an eine links-gerichtete staatliche Labour-Regierung für eine Lizenz, 200 Hektar der Liverpool Plains auf Kohle zu durchsuchen. Das Projekt hatte Widerstand unter den ansässigen Bauern ausgelöst, die eine Kampagne in den sozialen Medien gegen die Mine starteten, schrieb Take Part.

Die konservative Bundesregierung erteilte im Juli 2015 die endgültige Genehmigung für den Tagebau. Bauern und Umweltschützer reichten beim Gericht Beschwerde ein, mit dem Argument, dass die Regierung nicht in adäquater Weise die Auswirkung des Projektes auf den Koala, der als vom Aussterben bedrohte Tierart unter Bundesgesetz geführt wird, berücksichtigt habe, sagte Take Part weiter.

Erfahre mehr über das Projekt mit Land Water Future:

Bauern befürchten außerdem, dass der Tagebau die wasserführende Schicht der Liverpool Plains kontaminiern könnte. „Der Hügel, auf dem die Mine stehen soll, ist eine wasserführende Schicht, wie alle Hügel in dieser Gegend,“ sagte Landwirt Andrew Pursehouse zu Take Part. „Was wird die nächste Generation sagen, wenn wir dieser Mine zustimmen und das Grundwasser verunreinigt wird?“

Jedoch lehnte das Land- und Umweltgericht die Beschwerde der Bauern ab, mit der Begründung, dass die Regierung die Mine als eine für das Land wichtige Entwicklung ansehe. Der Schutz der gefährdeten Tierart der Koalas wird dabei nicht berücksichtigt.

Der vorsitzende Richter Brian Preston sagte im Schiedsspruch:

„Für wichtige Landesentwicklungen gelten keine anderen gesetzlichen Anforderungen zur Prüfung und Klärung darüber, ob das Bauprojekt gefährdete Tierarten, Tierbestände oder ökologische Gemeinschaften oder deren Lebensraum maßgeblich bedroht.“

„Es gibt keine gesetzliche Pflicht (...) um Sachverhaltsbefunde (...) vor der Zustimmung über den Bau des Projektes über die genaue Größe der Population der Koalas, die wahrscheinlich vom Projekt betroffen sein würden, oder über die Erfolgsaussichten des Übersiedelungsprogramms anzustellen.“

 

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