Zehn unfassbare Dinge, die es nur in China gibt!

05-02-2016 20:03:49 Autor:   Audrey Wang / Erik Rusch Kategorien:   Gesellschaft , Gesellschaft

Die folgenden zehn außergewöhnlichen Dinge gibt es nur in China. (Bild: Cory Doctorow via flickr/ CC BY-SA 2.0)

Die zehn unfassbaren Dinge, die hier erwähnt werden sind nur einige Beispiele für außergewöhnliche, teilweise entsetzliche, Geschehnisse im heutigen China, die die kathastrophalen sozialen, ökonomischen und ethischen Verhältnisse hinter einer aus der Ferne glanzvoll erscheinenden Fassade aufzeigen.

1. Netze an der Außenseite von Gebäuden, um Selbstmörder aufzufangen

Nach dem 11. Suizid in weniger als einem Jahr auf dem Arbeitsgelände von Foxconn in Shenzhen ist nach dem Anbringen von Netzen an den Außenfassaden die Zahl der Suizide langsam zurückgegangen. Insgesamt haben sich in den letzten 5 Jahren 17 Foxconn-Mitarbeiter durch einen Sprung aus Gebäuden auf dem Betriebsgelände ums Leben gebracht.

Foxconn als der größte privater Arbeitgeber in Festland China produziert viele der Produkte, wie Motherboards, Kamerateile, MP3-Spieler, die den 150 Milliarden-Dollar-Markt für elektronische Konsumgüter ausmacht. Foxconn’s Produkte erwirtschaften annähernd 40 Prozent dieses Marktes, schreibt Wired.

Die Suizide, so mögen vielleicht einige meinen, könnten mit den entsetzlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken zusammenhängen.  Wired schreibt, dass Ausbeutungsmethoden gegenüber den Arbeitern und Berichte zu Zwangsüberstunden bekannt wurden. Nachdem ein Selbstmörder ein Schreiben hinterließ, dass er Suizid begehe, um seiner Familie Entschädigungszahlungen für Angehörige, welche Suizid begehen, zu ermöglichen, wurde das Programm zum finanziellen Ausgleich für Familien von Selbstmördern durch Fenstersturz eingestellt.

 

Die Netze sind eine traurige Erinnerung an all die Menschen, die um sich zu töten aus dem Gebäude gesprungen sind. (Bild: Secret China)


 

2. Die kleine Sängerin der Olympischen Spiele wurde gegen ein hübscheres Mädchen ausgetauscht

Lin Miaoke heißt das Mädchen, das auf der Eröffnungsveranstaltung der Olympischen Spiele 2008 sang, so dachten zumindest alle. Tatsächlich aber stand Lin nur auf der Bühne und bewegte ihre Lippen, die wirkliche Sängerin des Eröffungstitels war Yang Peiyi, deren Stimme aufgenommen wurde und nun als Playback-Titel abgespielt wurde. Yang wurde zur „Playback-Stimme“, da Lin für fotogener gehalten wurde.

 

Links: Die süße Lin Miaoke. Rechts: Die eigentliche Sängerin, Yang Peiyi. (Bild: Secret China)

 

3. Gefälschten Apple-Stores werden in China immer zahlreicher

Die gefälschten Apple-Stores sprießen in ganz China wie Pilze aus dem Boden. Einzig der Name gibt zu erkennen, dass sie eine Fälschung sind, denn statt Apple-Store heißen sie einfach nur Apple. In diesen Läden werden originale Apple-Produkte verkauft und das noch bevor sie offiziell zu erwerben sind – das lockt die Verbraucher an.

 

In China gibt es mehr falsche Apple-Stores als offizielle Läden von Apple. (Bild: Secret China)

 

4. Unsichere Gebäude

Wenn ein neues mehrstöckiges Gebäude komplett umfällt, aber an sich völlig intakt ist, darf man schon verwundert sein und sich fragen, was hier los ist. Die Frage ist schnell beantwortet: Bei der jetzigen chinesischen Art zu bauen spielt die Zeit eine große Rolle. Das Gebäude soll so schnell wie möglich fertig sein und das natürlich besonders günstig. Daher arbeiten oftmals Wanderarbeiter auf den Baustellen und bei den Konstruktionen wird gespart, wo es nur geht.

 

Ein komplettes Gebäude ist umgekippt, aber die Struktur des Gebäudes blieb intakt. (Bild: Secret China)

 

5. Entwickler verlor seinen Arbeitsplatz, weil er ein Videospiel spielte

Ein Entwickler für Software war so versessen auf das Spiel „World of Warcraft“, dass er seinen Arbeitsplatz verlor. Sein Vater heuerte daraufhin andere Spieler dieses Netzwerkspiels an, um alle Figuren, die der Sohn in dem Spiel selber nutzte, zu töten.

Eine Figur im Videospiel “World of Warcraft.” (Bild: Secret China)

 

6. Schlechtes Verhalten

Aufgrund vereinzelter Berichte über das schlechte Verhalten chinesischer Touristen verabschiedete die chinesische Regierung Gesetze, um ihre Landsleute für ihr unangebrachtes und schlechtes Verhalten zurecht zu weisen und bestrafen zu können.

The Daily Mail berichtete, dass die Behörden auf Provinz- und nationaler Ebene Kontakt zu ihren ungesitteten Bürgern aufnehmen, wenn sie wieder zurück in China sind, wenn erforderlich tut dies auch die Polizei, der Zoll, der Grenzschutz oder die Kreditinstitute.

Sie erhoffen sich durch die massiven Beschränkungen, chinesische Touristen so einzuschüchtern, dass sie nichts Unpassendes oder Illegales in Übersee tun, schrieb The Daily Mail.

Schlechtes Verhalten beinhaltet Störungen bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Flugzeuge eingeschlossen), das Beschädigen öffentlicher Gebäude und historischer Relikte, das Ignorieren sozialer Eigenheiten im Reiseland sowie die Teilnahme am Glücksspiel und Prostitution.

Chinesische Touristen kühlen ihre Füße in einem Springbrunnen-Becken vor dem Louvre in Paris. (Bild: Secret China)

 

7. Verseuchte Milch

Traditionelle Molkereien sind nur wenig etabliert in der Geschichte der Han-Chinesen. Im Jahre 2000 starteten die chinesischen Behörden eine Kampagne, um die Menschen zu ermutigen, mehr Milch zu trinken, um sich dadurch besser zu ernähren.

Mittlerweile boomt die Milchindustrie, wobei der Großteil der Milch von Kleinbauern stammt, die bis 2006 rund 80 Prozent der Milchhöfe in China ausmachten und weniger als fünf Kühe besitzen.

Da der Milchpreis niedrig ist und der Kostendruck in der gesamten Branche sehr hoch, begannen Zwischenhändler, die Milch der Milchbauern mit Wasser zu strecken.

Um den Betrug zu verschleiern, wurde der mit Wasser gestreckten Milch Melamin zugesetzt, eine giftige chemische Substanz, die den Eiweißgehalt künstlich erhöht, ohne dass dies beim Testen der Milch auffällt.

Mittlerweile traten aufgrund der verseuchten Milch, die zu Säuglingsnahrung weiterverarbeitet wurde, bei zahlreichen Kindern gesundheitliche Probleme wie Nierensteine und andere Beschwerden auf. Sechs von ihnen starben an der verseuchten Säuglingsnahrung und mehr als 30.000 wurden krank.

Durch die Angst vor verseuchter Milch, die in China unter der Bevölkerung existiert, und den utopischen Preisen für ausländische Säuglingsnahrung im Internet, zum Beispiel aus Australien, ist es den chinesischen Müttern nicht gerade leicht, die richtige Säuglingsnahrung für ihr Kind zu finden.

 

In der Milch in China wurde der chemische Stoff Melamin nachgewiesen. (Bild: Secret China)

 

8. Brücke bricht wenige Monate nach der Fertigstellung zusammen

Die Gaoguan-Brücke in der Provinz Fujian stürzte ein, tötete eine Person, verletzte 22 andere und löste vielerlei Bedenken die heutige chinesische Baupraxis betreffend aus.

 

Die Gaoguan-Brücke in der Provinz Fujian. (Bild: Secret China)

 

9. Geisterstädte

„Wir werden bauen und sie dazu bringen, herzukommen“, so die Philosophie hinter dem Bau all der Wohnungen, die inzwischen allgemein als „Geisterstädte“ bekannt sind. Aber es gibt auch einen Plan, wie all diese Gebäude gefüllt werden sollen.

„Die Vorgehensweise Chinas ist oft diese: Sie lassen Universitäten, staatliche Betriebe und Unternehmen, sowie Banken einziehen, nur um wirtschaftliches Leben hineinzubringen“, so Wade Shepard, unabhängiger Journalist und Autor von „Chinas Geisterstädte“.

 

Geisterstädte existieren in ganz China. (Bild: Secret China)

 

10. Luftverschmutzung vom Weltraum aus zu beobachten

Die Verschmutzung der Luft ist schon seit geraumer Zeit ein Problem, aber 2015 erreichte sie einen kritischen Punkt, als Peking den Roten Alarm aufgrund von Luftverschmutzung ausrief. Dieses von der NASA aufgenommene Bild zeigt, wie intensiv und weit verbreitet die Luftverschmutzung ist. Für die Chinesen ist es so unerträglich, dass sie saubere Luft online über Unternehmen im Ausland kaufen.

 

Dieses durch die NASA bereitgestellte Bild zeigt, wie ernst die Luftverschmutzung in China ist. (Bild: Secret China)

 

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