Warum haben die U.S. Marines ihr Robo-Muli-Projekt auf Eis gelegt?

08-01-2016 19:24:26 Autor:   James Burke Kategorien:   Technologie

Das Legged Squad Support System (LS3) während der Pacific 2014 Übung. (Bild: U.S. Marine Corps/Sgt. Sarah Dietz)

Vielleicht hast Du schon irgendwo ein Video von diesem seltsam aussehenden vierbeinigen Roboter gesehen, der über die letzten Jahre intensiv für den Einsatz im U.S. Militär getestet wurde. Offiziell heißt dieser Roboter Legged Squad Support System (LS3). Sein Spitzname lautet „Robo-Muli“ oder „Großer Hund“.

Wahrscheinlich bist Du nicht überrascht, wenn wir Dir jetzt mitteilen, dass dieser seltsam aussehende Roboter vom Militär als ungeeignet eingestuft und die Weiterentwicklung eingestellt wurde. Warum? Ganz einfach: Er ist zu laut. Ständig waren Geräusche wie die eines Rasenmähers zu hören und darüber hinaus war seine Reparatur nicht einfach.

Während der Tests im Freien im Jahre 2014 wurden die Schwächen von LS3 offensichtlich, berichtete Kyle Olson vom U.S. Marines´ Warfighting Lab.

 Da gab es ein spannendes Abwägen zwischen dem Potenzial des Roboters und seiner Begrenztheit, erzählte Olson gegenüber Military.com.

Schließlich wurde klar: Dieser Roboter verrät durch seine eigenen Geräusche ständig seine Position.

Wenn Du sehen willst, wie der Roboter sich bewegt, dann schau Dir das Video an, das seine Entwickler veröffentlichten. Google Inc.’s Boston Dynamics:


Entwickelt um das Gepäck der Infanteristen zu transportieren und sie so zu entlasten, kann das benzinbetriebene „Robo-Muli“ ca. 180 kg an Ausrüstung durch unwegsames Gelände tragen. Zunächst wurden 32 Millionen US$ in das Projekt investiert. Später wurden noch einmal 10 Millionen US$ nachgelegt, berichtete Military.com.

Geld, das für die Entwicklung zunächst nicht verbraucht wurde, verwendete man dann, um das Lautstärkeproblem zu lösen. Dazu wurde eine kleinere Version gebaut, die elektrisch betrieben war und ungefähr die Größe eines großen Hundes besaß. Dieser Roboter wurde ebenfalls 2014 getestet.

Beim kleineren Modell, genannt „Spot“, gab es zwar kein Lautstärkeproblem mehr, allerdings war der Roboter nicht gerade sehr praktikabel, da er aufgrund seiner Größe nur 18 Kilogramm an Gepäck tragen konnte und er nicht so leistungsfähig war wie der LS3, berichtete BBC.

Wenn sich die Einstellung der Marines nicht noch grundlegend ändern sollte, was unwahrscheinlich ist, so sind beide Projekte, das Roboter-Muli und Spot, endgültig auf Eis gelegt.

Beide Roboter  wurden von Boston Dynamics in Zusammenarbeit mit der U.S. Military Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) entwickelt.

 

Wenn Du sehen willst, wie Spot sich im Freien bewegt, dann schau Dir diese Video von Boston Dynamics an:


 

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