Gesunde Füße durch gesundes Gehen, Fußbad & Co.

14-12-2015 18:48:43 Autor:   Lilly / Erik Rusch Kategorien:   Gesundheit , Sport

Bild: pixabay/CC0 Public Domain

Die Füße sind ein wichtiger Teil unseres Körpers. Sie bestehen jeweils aus 26 Knochen, 33 Gelenken, 107 Bändern und 19 Muskeln. ¼ aller Knochen des menschlichen Körpers befinden sich somit an den Füßen. Wenn es zu Fußproblemen kommt ist oftmals unsere Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt und die Schwierigkeiten können, wenn ihnen keine Beachtung geschenkt wird, unser Leben unnötig erschweren. Durch Pflege, Vorbeugung und einfache Methoden um Beschwerden aufzulösen können die Füße fit bleiben und uns helfen aktiv zu sein.

Füße, das richtige Gehen und die Persönlichkeit

Die Füße sind ein wichtiges Werkzeug für unseren Gang und die Art des Gehens hat viel mit unserer Persönlichkeit zu tun. Sie spiegelt sich in ihr wieder. Ängstliche oder sehr sensible Menschen setzen den Fuß oftmals sehr vorsichtig auf und nutzen den Zehengang, bei dem die Ferse nur bedingt genutzt wird. Wird stark mit dem Hinterfuß aufgetreten ist eine dominante Persönlichkeit wahrscheinlich. Ehrgeiz und Zielstrebigkeit sind stark ausgeprägt. Natürlich gibt es noch mehr Formen der tänzelnde Gang, das Stampfen usw. alles sagt etwas über Deine Persönlichkeit aus. Dies bedeutet umgekehrt, Du kannst bewusst Deinen Gang korrigieren was sich positiv auf Deine Wahrnehmung, Dein Kommunikationsverhalten und Deine Denkprozesse (und damit auch auf Dein Gefühlsleben) auswirken. Du kannst dadurch Deine Persönlichkeit, zumindest ein Stück weit, selbst formen und so lernen, Dich klarer und einfühlsamer in Deiner Umwelt zu bewegen und mit ihr zu kommunizieren.

Der richtige Gang hilft dir Flexibilität, Einfühlungsvermögen, Bewusstheit und eine gesunde Willenskraft zu entwickeln.

Ein fester Stand (Bild: pixabay / CCO Public Domain)

 

Das ist die eine Seite - viele Fußprobleme liegen begründet in einer falschen Fuß- bzw. Körperhaltung  und einem unnatürlichen Gang, der in Verbindung mit unserer Persönlichkeit steht. Dabei muss geklärt werden, ob die falsche Fuß- bzw. Körperhaltung genetisch bedingt oder in vor- oder nachgeburtlichen Erfahrungen (Erziehung, Unfälle, Vorlieben), körperlich wie emotional, begründet liegt. Die andere Seite betrifft die Ernährung, das Schuhwerk und die Fußpflege.

Bei Frauen treten im Vergleich zu den Männern viel häufiger Fußprobleme auf. Ob es wohl an dem oft getragenen, ergonomisch gesehen, unpassenden Schuhwerk liegt? Beim Recherchieren findet man viele mögliche Erklärungen, doch das Tragen von ungesundem Schuhwerk wird auffallend oft erwähnt. Hohe Absatzschuhe, spitz zulaufendes Schuhwerk das die Zehen und den Vorderfuß einschränken, das Einzwängen der Füße in nicht-atmungsaktive Stiefel und im Sommer Sandaletten, die den Fuß zu unnatürlichen Bewegungen verleiten und ihm wenig Halt geben, dies alles hat Auswirkungen auf unsere Füße. Du kannst also einiges tun, damit es Deinen Füßen gut geht. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Tipps für gesunde Füße

1. Wandern und Spazieren gehen

Gehen ist die beste Übung für die Füße - aber bitte bewusst richtig Gehen! Der Oberkörper aufrecht, in den Knien leicht federnd und den Vorfuß leicht nach vorne hängend, in nicht zu großen Schritten, vor den Körper setzen. Dieser Ballengang ist die natürliche Form des Gehens (Mehr zum Ballengang unter Punkt 4.) Am Anfang mag dieser Gang ungewöhnlich erscheinen, aber mit der Zeit wirst Du Dich daran gewöhnen und nie mehr anders laufen wollen. Das Gehen oder Wandern trägt zur Verbesserung der Blutzirkulation bei, fördert Stoffwechselprozesse und regt die Kreativität und geistige Leistungsfähigkeit an. Zudem wirkt es harmonisierend auf Körper und Geist. Nicht umsonst waren viele Denker und Philosophen oft stundenlang wandernd bzw. spazierend in der Natur unterwegs.

2. Fußbad

Fußbäder regen den Kreislauf und das Immunsystem an und wirken sensibilisierend auf das Nervensystem. Tun Dir oft die Füße weh - besonders nach einem langen Arbeitstag? Dann gönn' Deinen Füßen doch ein Fußbad. Du wirst Dich gleich viel besser fühlen.

In China gibt es ein Sprichwort: „Die Reichen gehen zum Arzt und die Armen nehmen ein Fußbad.“

Fußbäder sind nicht nur in der kalten Winterzeit nützlich, auch in der heißen Sommerzeit kann kaltes Wasser oder ein Wechselbad Wunder wirken. Sie helfen, die Haut zu pflegen oder Krankheitssymptome zu lindern. Wenn Du noch ein paar Kräuter oder ätherische Öle dem Fußbad hinzufügst, kannst Du die belebende und harmonisierende Wirkung auf deine Füße und den Kreislauf noch verstärken.

Hier ein Video zu einem Fußbad mit einfachen Hausmitteln, die der Haut Feuchtigkeit spenden und sie reinigen:


3. Fußmassage

In China werden Fußmassagen seit Jahrhunderten als Hausmittel gegen Krankheiten eingesetzt. Nach einem heißen Fußbad wirkt die Fußmassage positiv auf Muskeln und Sehnen, regt die Durchblutung an und kann über die Füße hinaus auch auf andere Bereiche des Körpers wirken. Laut der traditionellen chinesischen Medizin besitzt der Fuß mehr als 60 Akupunkturpunkte, die eng mit den 12 Meridianen der inneren Organe verbunden sind. Das bedeutet, auch organische Beschwerden lassen sich durch Drücken und Massieren der entsprechenden Punkte auflösen. Es gibt auch in Deutschland Heilpraktiker und Ärzte, die sich auf diese Behandlungsmethode spezialisiert haben.

Fußmassage Bild: pixabay / CCO Public Domain

 

4. Der natürliche Gang - der Ballengang

Wenn wir geboren wurden, bewegen wir uns die erste Zeit automatisch im Ballengang, zeitweise auch im Zehengang. Jedoch orientieren sich die Kinder an ihren Vorbildern, und das sind in erster Linie die Eltern, die zumeist im Fersengang laufen. Durch Nachahmung der Eltern beginnen die Kinder, ihre natürliche Prägung zu verlieren. Außerdem werden den Kindern oftmals Schuhe mit einer dicken Sohle oder einem Absatz im Fersenbereich angezogen, die das „Falsch-Gehen“ noch fördern. So beginnen die Kinder, auch im Fersengang zu laufen, bis es ihre „normale“ Art zu laufen geworden ist.

Beim Ballengang zeigt bei jedem Schritt der Vorfuß entspannt nach unten. Dann lässt man den Fuß mit dem äußeren Vorfuß zuerst aufkommen, fast zeitgleich mit dem Ballen, und dann erst wird die Ferse aufgesetzt. Der Ballengang ist die natürliche Form des Gehens. Es fehlen das „Stampfen“ und der harte Auftritt, wie er sich beim Fersengang automatisch einstellt. Beides erzeugt starke Erschütterungen, die den ganzen Bewegungsapparat unnötig belasten. Am Anfang mag der Ballengang ungewöhnlich erscheinen, aber mit der Zeit wirst Du ihn nicht mehr missen wollen. Barfußschuhe unterstützen den Ballengang und sind in verschiedenen Designs und Qualitäten erhältlich.

In diesem Video geht es um den Ballengang:


4. Barfußlaufen

Barfußgehen oder Barfußlaufen ist sehr gesund, denn bei jedem Schritt werden unterschiedliche Nervenpunkte (Akupunkturpunkte) angeregt. Außerdem werden gleichmäßig alle Muskeln, Sehnen und Knochen beansprucht, was einen natürlichen Bewegungsablauf fördert. Die Kinder lieben es und das sollte uns zu denken geben.

5. Finde das zu Dir passende Schuhwerk

Natürlich läuft man nicht immer Barfuß durch die Gegend. Deshalb ist für die Füße ein passendes Schuhwerk sehr wichtig. Viele verschiedene Schuharten schaden unseren Füßen. Oft werden zu große oder zu kleine Schuhe getragen. In zu großen Schuhen rutscht der Fuß vor und zurück bzw. zieht der Fuß den Schuh „nach“. Zu kleine Schuhe können den Fuß deformieren und das natürliche Bewegungsverhalten des Fußes einschränken, was zu unnatürlichen Bewegungsabläufen und einer falschen Körperhaltung führen kann. Dies kann z.B. ein Hohlkreuz sein, da das Körpergewicht beim Gehen zu sehr nach vorne verlagert wird.

Das richtige Material spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Echtes Leder unbehandelt oder nur mit hautfreundlichen Naturstoffen gegerbt und gefärbt, ist von Natur aus atmungsaktiv. Alternativ können Schuhe mit Textilmembranen genutzt werden, die ebenfalls eine hohe Atmungsaktivität aufweisen und dabei helfen, dass überschüssige Körperfeuchtigkeit und Wärme entweichen kann. Dabei sollte die Schadstoffbelastung für die Füße durch das Material mithilfe von Prüfsiegeln oder Test-Zertifikate im Blick behalten werden. Der andere Punkt ist die optimale Auskleidung des Innenschuhs, sodass Druckstellen vorgebeugt wird. Das richtige (weiche) Leder und ein ausgeklügelter Schnitt bewirken hier Wunder. Jeder Fuß ist unterschiedlich – doch zu jedem Fuß gibt es den richtigen Schuh – notfalls in Form eines individuell angefertigten Maßschuhs. Das Optimalste jedoch für einen gesunden Fuß aus orthopädischer und ergonomischer Sicht sind Barfußschuhe. Sie sind in vielen verschiedenen Designs und Qualitäten erhältlich und erleichtern den Ballengang.

Übrigens, der Mensch legt in seinem Leben durchschnittlich ca. 170.000 Kilometer zu Fuß zurück. Das ist 4-mal um die Erde! Also nimm Dir ein bisschen Zeit und tue Deinen Füße etwas Gutes!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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