Warum verschließt die Welt die Augen, wenn es um das Thema Organraub an Lebenden in China geht?

08-12-2015 18:39:42 Autor:   T. O. / Erik Rusch Kategorien:   Menschenrechte , Menschenrechte

Obwohl Transplantationstourismus durch westliche Mediziner kritisch gesehen wird, sind viele Ausländer zwecks einer Transplantation nach China gereist. (Bild: pixabay)

Die meisten von uns denken sicherlich auch, dass das staatlich sanktionierte Töten von Glaubensgefangenen in China zum Zweck der Organbeschaffung etwas ist, das absolut nicht auf dieser Erde existieren darf.

Doch es geschieht aktuell in China – und das schon seit Jahren. Und seit Jahren gibt es Menschen, die dies bekanntmachen, und trotzdem erhält dieses Thema auf politischer Ebene, in den Medien und in der Öffentlichkeit nicht die Aufmerksamkeit, die es verdient.

Viel Beweismaterial

Ist es vielleicht, weil die Beweislage für dieses Verbrechen zu dünn ist? Nein. Es gibt mehr als genug Indizien und Beweise die klar herausstellen, dass diese Verbrechen stattfanden und womöglich noch stattfinden. Die kanadischen Menschenrechtsanwälte David Kilgour und David Matas veröffentlichten bereits 2006 einen Untersuchungsbericht, in dem die unabhängigen Ermittler nach mehrmonatiger Recherche 56 Indizien für die Existenz dieses Verbrechens aufführten. Darüber hinaus gibt es Zeugenaussagen wie die eines Polizisten, der zur Wache vor einem OP-Saal in einem chinesischen Krankenhaus eingesetzt war und miterlebte, wie eine Zwangsorganentnahme an einer noch lebenden Falun Gong-Praktizierenden durchgeführt wurde. Zudem gibt es die Zeugenaussage eines Arztes, der selbst eine solche OP durchgeführt hatte sowie einer Krankenschwester, die in einem Distrikt arbeitete, in dem Tausende von Falun Gong-Praktizierende festgehalten wurden. Und dann noch die einer Ex-Ehefrau eines Chirurgen, der ihr anvertraut hatte, von mindestens 2.000 Falun Gong-Anhängern die Augenhornhaut entfernt zu haben, und das, obwohl sie alle noch lebten. Alle diese Aussagen verdeutlichen, dass die Mehrheit der Organe, die in China für Transplantationen verwendet werden, nicht von verurteilten Straftätern stammen, wie es die Regierung darstellt, sondern von Gefangenen, die aus Glaubensgründen inhaftiert sind, vor allem von Falun Gong-Praktizierenden, aber auch Tibetern, Uiguren und Lightning-Haus-Christen.

Westliche Firmen involviert

Den Kernpunkt, warum in den westlichen Ländern diesem Thema so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, spricht ein medizinischer Ethik-Professor aus: Weil "... es einen Mangel an politischem Willen gibt, sich damit auseinanderzusetzen, weil es um Geld geht." Ja es geht um Geld, und das nicht zu wenig, so fällt der Begriff „Multi-Millionen-Dollar-Geschäft“ öfter, sobald man intensiver zu diesem Thema recherchiert. Doch wer verdient daran neben denen, die die Verbrechen direkt ausüben? Es ist unter anderem die westliche Pharmaindustrie, durch klinische Studien an Organempfängern und große Lieferungen an immunsuppressiven Medikamenten bei einem fragwürdig plötzlich erhöhtem Bedarf. Später bauten einige Pharmakonzerne eigene Fabriken in China, um die Medikamente vor Ort und vor allen günstig produzieren zu können. Es ging sogar soweit, dass sie dabei halfen, bei der Entwicklung elektronischer Datenbanken mit dem chinesischen Gesundheitssystem zusammenarbeiteten, obwohl bekannt sein musste, das kulturell bedingt eine Abneigung in China herrscht, Organe zu spenden, und der Anstieg an zu Verfügung stehenden Organen nur mit unethischen, gewaltsamen Mitteln und der Nutzung von Organen von Gefangenen zusammenhängen kann. (Firmen wie La Roche, Novartis, Pfizer, Astellas u.a. nutzten den chinesischen Markt und führten teilweise auch an medizinischen Einrichtungen in China klinische Studien durch. Quelle: Buch - "Staats-Organe" ISBN 3862391116).

Anhand der staatlichen Zahlen zu den Leber- und Nierentransplantationen fällt ein enormer Anstieg auf der mit der Intensität der Verfolgung Falun Gong in China korreliert By Ohconfucius (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

 

 Zudem sollte hinterfragt werden, ob medizinische Fachkräfte im Bereich Transplantationstechnik teilweise über mehrere Jahre in westlichen Ländern geschult werden sollten (auch hier in Deutschland z.B. am Deutschen Herzzentrum Berlin) wenn nicht auszuschließen ist, dass sie sich mit ihrem Wissen an den Organraub-Verbrechen in China beteiligen. Hinzu kommen Ausstellungen mit plastinierten Körperteilen, die weltweit gastieren, und Firmen, die Überwachungstechnik an China liefern und für China entwickeln (Cisco) – sie alle sind direkt und indirekt in die Verbrechen an den Glaubensgefangenen in China beteiligt.

Es ist das Dollar-Zeichen ... die Dollar-Scheine,  ja es sind einfach Währungen, die teils ganz offen zwischen den Ländern ausgetauscht werden und eine Beziehung entstehen lassen, bei der ethische und moralische Werte keine Rolle spielen.

„Menschenrechte, oder Moral und Ethik, und das Richtige zu tun. Über diese Dinge herrscht oftmals das Geld, und ich denke, dass dies im Medizinwesen auch bereits der Fall ist.“, äußert Professor Katrina Bramstedt von der Bond University gegenüber ABC Radio.

Professor Katrina Bramstedt von der Bond University und Professor Dr. Maria Fiatarone-Singh von der University of Sydney äußern sich im Rahmen einer Vorführung des Dokumentarfilms „Hard to Believe“ vor Abgeordneten in Australien. (Foto: Epoch Times)

 

Dokumentarfilm: „Hard to Believe“

In der Dokumentation „Hard to Believe“ tritt der Chirurg Enver Tohti auf, der tatsächlich an Zwangsorganentnahmen an lebenden Glaubensgefangenen in China beteiligt war.

"Er enthüllt, dass er Zeuge [dieser Verbrechen] war und sich auch daran beteiligt hat, Organraub an Menschen, die keine Organspender sind, durchzuführen. Er bedauert dies sehr und ist durch die Erfahrung stark traumatisiert", sagte Prof. Bramstedt.

"Er wird durch seine eigenen Landsleute geächtet, durch die medizinische Gemeinschaft und die eigene Regierung. Obwohl ja viele aus diesen Bereichen involviert waren und die Strukturen schufen, damit diese Verbrechen geschehen konnten. Er kann nun nicht mehr als ausgebildeter Chirurg Arbeit bekommen, so arbeitet er als Busfahrer. Er bedauert sehr, was er getan hat und ist traurig über das, was passiert ist. "

Ehemaliger Chirurg Enver Tohti nahm an Zwangsorganentnahmen in China teil. (Bild: Hard to Believe)

Da die meisten Menschen, die für Zwangsorganentnahmen gezielt ausgesucht werden, eine spirituelle Überzeugung besitzen, ist das Thema Organraub nicht nur eine ethisches sondern auch ein religiöses Thema. Es ist tragisch und irrational – diese Menschen stellen die ethische und moralische Elite des Landes dar und könnten durch ihre Einbeziehung in die Gesellschaft durch das Leben universeller lebensbejahender Werte der Entstehung von Organraub und anderer Straftaten vorbeugen. Aber genau diese Menschen sind nun Hauptopfer solcher Abartigkeiten. Das verdeutlicht, wie entartet die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ist, die die heutige chinesische Gesellschaft maßgeblich geprägt hat, als auch, dass weltweit die moralischen Maßstäbe stark gesunken sind.

Menschen die wählen, ihre Kraft aus einer anderen Quelle zu ziehen, als der der KPCh und ihrer Ideologie, werden von der KPCh als  Bedrohung gesehen, so dass sie diese Leute bekämpfen will.

Die KPCh scheint keinen Bezug zu einem Ethik-Kodex, menschlichen Werten und der Menschenwürde zu haben.

Ein Gemälde der Internationalen Ausstellung „Die Kunst von Zhen, Shan, Ren (Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht)“, das den Organraub an einer lebenden Falun Gong-Praktizierenden in China zeigt.

Es gibt Schätzungen, dass chinesische Krankenhäuser rund 11.000 Organe pro Jahr transplantieretn, und es gibt keinen wirklichen Hinweis darauf, dass die Praxis in absehbarer Zeit gestoppt wird, obwohl chinesische Politiker bereits äußerten, dass seit dem 1. Januar 2015 keine Organentnahmen zu Transplantationszwecken an Gefangenen mehr durchgeführt werden würden.

 

China Uncensored: Wie das kommunistische Regime zum Thema „Beendigung des Organraubs an hingerichteten Gefangenen“ gelogen hat:


Keine grundlegenden Veränderungen

Professor Maria Fiatarone Singh,  Ärztin an der University of Sydney, sagte, die Welt solle nicht warten, bis sich die chinesische Regierung  zu reformieren beginnt.

Vielleicht denken einige, dass chinesische Beamte des Gesundheitsministeriums Reformen angekündigt haben und China daher in der medizinischen Gemeinschaft wieder aufgenommen werden könnte. Doch die Geschichte zeigt, dass viele Ankündigungen, Versprechen und sogar Gesetzesänderungen der KPCh nur „Kosmetik“ waren, um die Weltöffentlichkeit zu beruhigen – genauer gesagt zu täuschen; grundlegend geändert hat sich oftmals nichts.

„Es gibt keine Beweise, die die Behauptung der chinesischen medizinischen Behörden, alle Organentnahmen an Gefangenen am 1. Januar 2015 einzustellen, untermauern. Fest steht allerdings, dass im Kreise der chinesischen Militärkrankenhäuser in den letzten fünf Jahren vermehrt spezielle OP-Teams zur Entnahme von Organen eingestellt wurden“, äußert Professor Singh bei einer Filmvorführung von „Hard to Believe“ in Sydney.

„Und einem westlichen Arzt wurde kürzlich von einem Chirurgen an einem chinesischen Militärkrankenhaus versichert, dass immer noch Gefangene ihrer Organe wegen abgeschlachtet werden“ fügte sie hinzu.

Es scheint, das Töten geht weiter.

Darüber hinaus machte Professor Singh deutlich, dass derzeit nur drei Länder – Israel, Spanien und Taiwan – den Transplantationstourismus zu einer kriminelle Tat erklärt haben und daher in diesen Ländern die Krankenkassen keine Kosten mehr dafür übernehmen.

Es gibt also noch viel zu tun...

Trailer zu: „Hard to Believe“ von SWOOP FILMS:


 

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