Warum fürchtet sich die kommunistische Partei vor der Miss World Canada 2015?

24-11-2015 18:18:46 Autor:   James Burke / Nina K. Kategorien:   Menschenrechte , Menschenrechte

Eine engagierte Schönheit: Anastasia Lin ist Miss World Canada 2015, jedoch wird versucht, sie am Weltfinale der Schönheitsköniginnen 2015 in China nicht teilnehmen zu lassen. (Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Anastasia Lin)

Die gebürtige Chinesin Anastasia Lin wurde 2013 beim Miss World Canada Schönheitswettbewerb der dritte Platz verliehen. Dieses Jahr gewann die 25-järige kanadische Staatsbürgerin den Titel, aber es hat den Anschein, dass man versucht sie davon abzuhalten, am 65. Miss World Wettbewerb teilzunehmen, welcher dieses Jahr (am 19. Dezember) in China, Lin´s Heimatland stattfindet. 

Zurückverfolgen lässt sich der Grund für Lins Ausschließung auf eine Email an die Veranstalter des kanadischen Schönheitswettbewerbs aus dem Jahr 2013, der die Veranstalter dazu bringen sollte, "ernsthaft ihre Kandidatur zu überdenken".

In der Email steht, dass Lin „nur am Wettbewerb teilnimmt, um die chinesische Regierung angreifen zu können.“ In ähnlichem Ton ging das Schreiben weiter und endet mit der Drohung: „Seid nicht überrascht, wenn sich eure Sponsoren wegen einer sich beleidigt gefühlten chinesischen Regierung beginnen zurückzuziehen.“ Die Daily Beast berichtet, dass die nationalen Organisatoren es dabei beließen, die Email an Lin weiterzuleiten.

Der springende Punkt ist, dass sich Lin für die Menschenrechte in ihrem Heimatland China einsetzt und dies ein wichtiger Punkt in ihrer Miss-World Kampagne ist:

 


Wenn Du über Menschenrechte und die kommunistische Partei Chinas informiert bist, nun ja, dann wirst Du wissen, dass die beiden nicht gut zusammenpassen.

Das kommunistische Regime in China ist bekannt dafür, in vielen Aspekten sensibel zu sein und es ist auf jeden Fall hypersensibel in Bezug auf ihre düsteren Menschenrechtsverletzungen.

Die Partei ist bekannt als Verfolger von Minderheiten und Andersdenkenden.

Lin ist auch eine Praktizierende der Meditations-Praktik Falun Gong, einer friedlichen, nicht politischen spirituellen Lehre, welche seit 1999 brutal von den kommunistischen Führungskräften in China verfolgt wird. Wenn Du schonmal etwas über den Organraub gelesen hast, dann weißt Du, was ich mit dem Wort brutal meine.

Wie schon erwähnt gewann Lin dieses Jahr die "Miss-World-Canada-Krone", aber die Angriffe gegen sie die sich fortsetzten waren massiver als die Email aus dem Jahr 2013.

Da der Einsatz für die Menschenrechte in China ein wichtiger Teil ihrer Miss-World Kandidatur ist, wurde Lins Vater von den staatlichen Sicherheitsleuten unter Druck gesetzt. Sie erzählt, dass ihr Vater anfangs sehr Stolz darauf war, dass sie den Titel gewonnen hat, doch nach wenigen Tagen wurde er dazu gezwungen, sie zu bitten, ihre Kandidatur zurückzuziehen oder der Kontakt zu ihr würde abbrechen.

„Meine anfängliche Reaktion war: ´Natürlich werde ich kein Wort mehr darüber verlieren. Meine Familie ist in Gefahr`.“, berichtet Lin gegenüber Reuters.


„Doch nach ein paar Tagen des Nachdenkens, realisierte ich, dass wenn sie mich jetzt zum Schweigen bringen, würde ich später keine Chance mehr haben über Menschenrechtsverletzungen zu sprechen, da sie wüssten, dass diese Taktik, ihre Manipulation bei mir funktioniert hätte“, sagt Lin.

„Und zudem bringt mehr internationale Aufmerksamkeit, mehr Sicherheit für meinen Vater, mehr Schutz für meinen Vater. Daran glaube ich.“

 Sieh dir das Interview mit Radio Free Asia um mehr über Lin´s Einsatz für die Menschenrechte und ihren "Miss Canada" Titel zu erfahren:

 


Wie oben schon erwähnt, scheint es, dass Lin nicht in der Lage sein wird, am Miss World Finale teilzunehmen. Sie benötigt eine Einladung des Gastgebers aus China um ein Visa beantragen zu können und bis jetzt ist es noch nicht eingetroffen.

„Ein paar andere Mitwettbewerberinnen haben mir erzählt, dass sie ihre Einladung bereits am 30. Oktober erhalten haben.“, äußert Lin gegenüber Reuters.

„Also wenn ich bis zum 20. November mein Visa nicht bekomme, kann ich nicht zum Miss World Finale gehen. Ich werde automatisch disqualifiziert.“, fügte Lin hinzu.

Die Zeit zur Beantragung ist offiziell schon vorbei. Es gab nur wenige Informationen über die fehlende Einladung seitens des Veranstalters in China, welcher gute finanzielle Beziehungen zu der in London ansässigen "Miss World Ltd. " pflegt, die laut Medienberichten nicht viel dazu beitragen, um Lin zu helfen. Über Facebook haben die Produzenten von `The Courage to belief` nun zur Unterstützung von Lin aufgerufen. Ihr Plan ist es, keine in China produzierten Produkte mehr zu kaufen und Unterschriften via www.change.org zu sammeln, bis Lin ihre Einreisegenehmigung und Einladung für den Miss World Wettbewerb erhalten hat.

Hier ihr Facebook Post dazu:

Dear all, please support this petition that’s been created to appeal for me to be allowed to enter China to compete in the upcoming Miss World pageant. As you may know, I am the Miss World delegate from Canada, but I have not received visa invitation letter, because of my stance on human rights in my birth country of China. My time is running out, but I haven’t given up hope. And your support means so much to me! Please sign petition and share it with your friends and family. Thank you!

请大家填写并分享这个征签链接,支持我争取去中国参加世界小姐决赛的机会。谢谢您的支持!

 
We are petitioning you to ensure Miss World Canada Anastasia Lin is granted a visa to attend the Miss World Competition in Sanya China. Your government has…
www.change.org
 

 

Doch auch wenn Lin nicht nach China kann, machen ihre mutigen Bemühungen, die Verbrechen des kommunistischen Regimes ans Licht zu bringen, ihre Wahl zur Miss World Kanada jetzt schon zu einem großen Erfolg.

 

Anastasia Lin macht eine Zeugenaussage in der US Congressional Executive-Kommission zu China im Juli diesen Jahres: 

 


 

 

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