Arbeite stehend am Computer und tue Deiner Gesundheit einen Gefallen

30-06-2015 14:48:17 Autor:   Marieke Vos Kategorien:   Gesundheit , Technologie

Vor einem Computer zu stehen oder zu laufen, ist viel gesünder als den ganzen Tag vor ihm zu sitzen. (Screenshot/Youtube)

Immer mehr Menschen werfen alte Gewohnheiten über Bord und anstatt vor ihren Bildschirmen im Stuhl zu kauern, stehen sie vor ihren Computern. In den letzten paar Tagen habe ich das mal ausprobiert, und habe es überlebt.

Steh- und Laufbandtische:


Die Reaktion, die sich am häufigsten bei meinem Experiment ergab, war: „Oh ja, ich habe das schon bei dem und dem gesehen. Der machte das, weil er Probleme mit dem Rücken hat.“ Zuerst war mir ein wenig ungemütlich zumute, einfach da zu stehen, aber dann erinnerte ich mich an all die Vorteile des Stehens, über die ich gelesen hatte und das mulmige Gefühl verschwand wieder.

1.  Mindestens 10 Stunden

Je nachdem welche Statistik man liest, variiert unsere durchschnittliche Zeit, die wir täglich sitzen. Inklusive unserer Arbeitszeit im Büro verbringen wir normalerweise durchschnittlich mehr als 10 Stunden pro Tag in sitzender Haltung.

Überlege dir mal, wie viel Zeit du sitzend verbringst. Meist sitzt du wenn du isst, mit dem Auto zur Arbeit und wieder nach Hause fährst, vor dem Computer hockst, wenn du fernsiehst oder wieder Zeit vor dem Computer verbringst. Mehr als genug, nicht wahr? Nun, es ist leichter zu bewerkstelligen, weniger im Büro zu sitzen, als beim Mittagessen zu stehen - obwohl Kinder das natürlich lieben würden -, stehend Autofahren geht natürlich auch nicht!

2. Berühmte stehende historische Persönlichkeiten

Viele historische Denker, Schriftsteller, Führungskräfte und Erfinder arbeiteten oft im Stehen.

Platon (links) und sein Schüler Aristoteles (rechts), unterrichteten ihre Schüler beim Gehen. (Bild: Jacobolus/Wikimedia Commons)

    •    Leonardo da Vinci erfand nicht nur den Fallschirm stehend am Tisch,

    •    Napoleon Bonaparte entwickelte seine Strategien ebenfalls an einem Tisch,

    •    ebenso Thomas Jefferson, dritter Präsident und Verfasser der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten,

    •   Charles Dickens, schrieb Oliver Twist und David Copperfield an einem Stehpult,

    •    auch Winston Churchill, berichtet die Seite „Not Sitting“ heckte seine Schlachtpläne nur von einem Stehpult aus.

    •    Wenn wir historisch noch weiter zurückgehen, sehen wir bei Aristoteles, dass er seine Schüler durch den Raum schreitend unterrichtete. Dieser Unterrichtsstil wurde die peripatetische Schule genannt, wobei sich peripatetisch eben auf das Gehen bezieht.

3. Über den eigenen Körper

Beim Stehen oder während eines kleinen Spaziergangs werden im Unterschied zum Sitzen mehr Kalorien verbrannt, und Muskeln und das Gehirn werden besser mit Sauerstoff versorgt. Dadurch wiederum wird man produktiver, und das Gedächtnis funktioniert besser.

Aber das ist noch nicht alles. Wenn man weniger sitzt, verbessert man seine Gesundheit, und laut der seit 1996 aktiven New Yorker Gesundheitsseite WebMD wird man weniger anfällig gegenüber Diabetes, Ischias, Depressionen, Herzinfarkt, Fettleibigkeit, bis hin zu Krebs.

Selbst gemachter Fahrradtisch. (Bild: Benny Wong/Flickr)

Das Experiment

In meinem persönlichen kleinen Experiment habe ich immer wieder Wege gefunden, um selbst im Stehen vor dem Tisch zusammen zu sinken. Aber die Zeit, die ich in dieser zusammen gesackten Haltung verbrachte, wurde viel kürzer, da es sehr unangenehm ist, für alle gut sichtbar zusammenzusinken.

Anstatt also müde zusammen zu sacken, verließ ich meinen Platz, der zusätzlichen Bewegung halber, um jemandem ein Getränk zu holen oder redete mit einem Kollegen über Sachen, die man auch in einer kurzen Email hätte klären können. Es ist allerdings noch zu früh, um stichhaltige Schlussfolgerungen über die Wirkung meines Experiments auf die Firma zu ziehen. Deswegen werde ich es noch für einige Zeit fortsetzen, um zu sehen, was noch passieren wird.

Eigentlich kann alles mögliche passieren. Laufbandtische – natürlich nicht, wenn sie als Hamsterrad gestaltet wären – oder eben Fahrradtische? Nun da, wo ich herkomme, aus den Niederlanden, kann man Fahrradtische für einen Monat lang zur Probe gratis ausleihen.

Vielleicht sollten wir Fahrradtische in unseren Besprechungsräumen haben, um Diskussionen ein bisschen mehr Lebendigkeit zu geben. Damit bekäme die Redensart „am großen Rad drehen“ eine ganz neue Bedeutung.

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