Drei Primaballerinen und die Mutterschaft - ein Balanceakt

09-06-2015 14:17:26 Autor:   Jessica Kneipp Kategorien:   Leben , Sport

Kristin Long mit ihren Sohn Kai bei den Proben. (Bild: Lucy Gray)

Hut ab vor den drei Primaballerinen, die, obwohl es ein Tabu ist, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere Mütter geworden sind… und keine von ihnen hat es je bereut.

Balancing Acts: Three Prima Ballerinas Becoming Mothers“ ist ein wunderschönes Fotobuch der Fotografin Lucy Gray. In einer Serie von Schwarz-Weiß-Fotos erleben wir 14 Jahre aus dem Leben dieser Ballerinen, wie sie Mütter wurden, aber weiterhin den hohen Anforderungen ihrer Karrieren gerecht werden, nicht nur normal weitermachen, sondern sich in dem Prozess sogar noch verbessern.

In dieser fantastischen Fotoserie, die eine Augenweide ist und dein Herz erwärmen wird, sehen wir drei Solotänzerinnen des erstklassigen San Francisco Ballet: Kristin Long, Tina LeBlanc und Katita Waldo.

„Balancing Acts: Three Prima Ballerinas Becoming Mothers" von Lucy Gray, veröffentlicht von Princeton Architectural Press, 2015.

Primaballerinen fangen in einem sehr jungen Alter mit dem Tanzen an. Vor dem Teenageralter entscheiden sie sich schon oft dafür, professionelle Tänzerinnen zu werden. Vor ihrem Schulabschluss sind sie vollkommen in die Welt des Balletts eingetaucht.

Wenn du dein ganzes Leben dem Ballett widmest, wird es zu deiner Identität.

Es ist eine Kunstform, die durch den Körper optisch dargestellt wird, deswegen muss man seinen Körper sehr trainieren und ausbilden. Die Choreografen stellen hohe Ansprüche und können einen Tänzer leicht aussortieren. Der Gedanke daran ist schon entmutigend, ein Gedanke, den diese drei Ballerinen voller Mut nicht zulassen wollten. Das Ergebnis dieses Erfolgs ist unglaublich beeindruckend und sollte mit anderen geteilt werden.
 
Eine Ballerina hatte früher immer Lampenfieber, aber nachdem sie Mutter geworden war, konnte sie das überwinden und wurde entspannter. Als die andere Tänzerin aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurückkam, wurde sie von einer Solotänzerin zur ersten Tänzerin befördert. Nachdem sie Mutter geworden war und wieder tanzte, wurde ihr Tanz unerklärlicherweise leichter und ihre Leistungen verbesserten sich, sodass sie fließender tanzte.
 
„Ein Kind zu haben, gab meinem Leben auf magische Weise diese Balance, die es mir erlaubte, zur gleichen Zeit eine bessere Tänzerin und eine bessere Mutter zu werden“, sagte Kristin Long.

Tina LeBlanc unterrichtet, während sie hochschwanger ist. (Bild: Lucy Gray)
Ein Balanceakt zwischen Karriere und Mutterschaft, aber es gibt immer noch Zeit zum Lachen. (Bild: Lucy Gray)
Von links nach rechts: Katita Waldo, Tina LeBlanc und Kristin Long mit ihren hübschen Kindern. (Bild: Lucy Gray)
Kristin Long, Primaballerina, San Francisco Ballet 1999-2013, und ihr Sohn Kai. (Bild: Lucy Gray)
Hinter den Kulissen einer erstklassigen Ballettcompanie aufwachsen - was für eine einzigartige Kindheit. (Bild: Lucy Gray)
Ein „Viel Erfolg“-Kuss. (Bild: Lucy Gray)
Kristin Long, Primaballerina, mit ihrer Tochter Hannah West, wächst da eine neue Ballerina heran? (Bild: Lucy Gray)
Die Schönheit der Mutterschaft. (Bild: Lucy Gray)
Tina LeBlanc beim Training, während sie im achten Monat schwanger ist. (Bild: Lucy Gray)
Tina LeBlanc wärmt sich im Ballettstudio mit ihrem Sohn Sasha auf. (Bild: Lucy Gray)
Tina LeBlanc, Primaballerina, Joffrey 1984-1992, San Francisco 1992-2009. (Bild: Lucy Gray)
Katita Waldo spielt mit ihrem Sohn in der Bühnenausstattung. (Bild: Lucy Gray)
Katita Waldo mit ihrem Sohn James im Umkleideraum nach der Aufführung von „Der Nussknacker.“ (Bild: Lucy Gray)
Katita Waldo, San Francisco Ballet 1994-2013, mir ihrem Sohn. (Bild: Lucy Gray)

Wenn du dir das Video anschaust, kannst du die Interviews mit den drei Ballerinen sehen:

Ich denke, dass es großartig ist, dass die Fotografin Lucy Gray einige negativ vorgefasste Meinungen über Ballerinen beseitigte, nachdem sie sie kennengelernt und ihre Kunst besser verstanden hatte. Sie fing an, eine andere Seite zu sehen, die auch uns bewusst würde, je mehr wir uns damit beschäftigen würden.
 
Die Idee für das Projekt kam ihr, als sie im Supermarkt einkaufen ging und diese Frau sah, die sie in Erstaunen versetzte. Sie war so blass und zart wie eine Elfe und hielt ein dreijähriges Kind in ihrem Arm. Gray blieb wie angewurzelt stehen. Als sie nach Hause kam, recherchierte sie, dass es Katita Waldo war, eine Primaballerina des San Francisco Ballet . Gray wusste, dass sie sie fotografieren musste, und so fing alles an.
 
Tanzen hat diese Fotografin noch nie interessiert, aber das Motiv der berufstätigen Mutter schon. Und was für außergewöhnliche berufstätige Mütter das doch sind, die sie fotografiert hat.
 
Ich hoffe, dass dieses Fotoessay Arbeitgeber ermutigen wird, all die Vorteile für ein Unternehmen zu sehen, wenn es berufstätige Mütter unterstützt. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.
 
Hier kannst du das Buch bestellen, das von Princeton Architectural Press 2015 veröffentlicht wurde.

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