Warum hat der US-Kongress die Resolution zum Organraub noch nicht verabschiedet?

31-05-2015 14:04:52 Autor:   Ben Maloney Kategorien:   Menschenrechte , Politik

Es passiert nicht sehr oft, dass du dich an einen Freund wendest und ausrufst: „Hast du von der Resolution des Europäischen Parlaments gehört, die verabschiedet wurde?“ Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt dazu.

Das Europäische Parlament hat 2013 eine wegweisende Resolution verabschiedet, die die erzwungene Organentnahme von lebenden Gewissensgefangenen in China verurteilt. In der Resolution wird „die tiefe Besorgnis angesichts der anhaltenden und glaubwürdigen Berichte über systematische, vom Staat gebilligte Organentnahmen an Gefangenen aus Gewissengründen in der Volksrepublik China, die ohne Einwilligung der Betroffenen erfolgen, unter anderem in großem Umfang an Falun-Gong-Anhängern, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung inhaftiert sind, sowie an Angehörigen anderer religiöser und ethnischer Minderheiten“ bekundet.

Das war vor fast zwei Jahren, jetzt müssen wir uns fragen, was sich geändert hat. Nun, leider nicht viel. Obwohl die Chinesische Kommunistische Partei ein Lippenbekenntnis abgegeben hat, den Organraub zu beenden (seltsamerweise, ohne sich eigentlich dazu zu bekennen, dass unter ihrer Herrschaft Organe unter Zwang entnommen wurden), hat sich in Wirklichkeit nichts geändert. Tatsächlich hat die Ärzteorganisation DAFOH (Doctors Against Forced Organ Harvesting; dt. Ärzte gegen erzwungene Organentnahme) in April dieses Jahres festgestellt: „Die wichtigste Quelle für Organe in China sollen zu Tode verurteilte hingerichtete Gefangene sein, doch es lässt eine andere Realität erahnen: Eine erhöhte Abhängigkeit der Organbeschaffung von Gewissensgefangenen. Diese ungeschützte Gruppe, in der, neben anderen, die grausam verfolgte buddhistische Praxis Falun Gong das primäre Ziel ist, ist einem erhöhten Risiko ausgesetzt, der Nachfrage an erzwungener Organbeschaffung zum Opfer zu fallen. DAFOH ruft die internationale medizinische Gemeinschaft dazu auf, wachsam zu sein und Chinas Worten nicht ohne Überprüfung zu glauben.“

Dr. med. Damon Noto, ein Sprecher von DAFOH, legte 2012 über den erzwungenen Organraub in China vor dem US-Kongress Zeugnis ab:

Im Grunde sagen sie: Nein China, wir glauben dir nicht.

Chinesische Kommunistische Partei, nimm es nicht persönlich, es ist nur so, dass du schon über dieses Thema gelogen hast und diesem Problem schon seit dem Zeitpunkt ausweichen wolltest, als es Anfang 2006 in dem Bericht von Kilgour und Matas bekannt wurde. In diesem Bericht steht auszugsweise: „Die Chinesische Regierung hat in nicht überzeugender Weise auf die erste Version unseres Berichtes geantwortet. Zum Großteil waren die Stellungnahmen Angriffe auf Falun Gong. Die Tatsache, dass die Chinesische Regierung, der all die Ressourcen und Informationen zur Verfügung stehen, Ressourcen und Informationen, die wir nicht haben, nicht in der Lage war, unseren Bericht zu bestreiten, weist darauf hin, dass unsere Schlussfolgerungen korrekt sind.“

Weißt du was? Die Lüge ist entlarvt. Jeder weiß es. Die wirkliche Frage ist eher, wie kommt es, dass nicht noch mehr Regierungen den Organraub öffentlich verurteilen?

Das ist genau das, was diese Angelegenheit so konfus macht. Während in Europa diese Resolution sehr schnell verabschiedet wurde, hat der Kongress der Vereinigten Staaten das immer noch nicht getan. Um ehrlich zu sein, befindet sie sich momentan in einem unklaren Stadium. Dieselbe Resolution, die dem Europäischen Parlament vorgelegt wurde, wurde im Jahre 2013 auch dem US-Kongress vorgelegt, sie heißt „Hausresolution 281.“ Mindesten 245 Kongressabgeordnete unterstützen sie.  Das letzte Mal wurde sie am 30. Juli 2014 erwähnt, als sie „unter einstimmigen Beschluss verlautet (geändert)“ werden sollte.

Es sind zwei Jahre vergangen, seit die Resolution in Europa verabschiedet wurde, doch die Verantwortlichen in den Vereinigten Staaten haben immer noch nicht genauso auf nationaler Ebene reagiert, wie es in Europa getan wurde, um diese Resolution zu verabschieden. Ich kann mich nur fragen, warum.

 

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