Warum befindet sich dieser Menschenrechtsanwalt seit dem 9. Januar im Hungerstreik?

28-03-2015 12:32:27 Autor:   Cecilia Kwan Kategorien:   China , Gesellschaft , Menschenrechte

Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng, hat das letzte Mal vor fünf Jahren Zeit mit seiner Familie verbracht. (Bild: Epoch Times)

Gao Zhisheng ist ein Menschenrechtsanwalt und Dissident, der dafür bekannt ist, Aktivisten und religiöse Minderheiten zu verteidigen und Menschenrechtsverletzungen in China zu dokumentieren.

Von Vielen wird er auch als „Chinas Gewissen“ bezeichnet.

Wegen seiner Arbeit wurde ihm die Anwaltszulassung entzogen und er wurde mehrmals von der Chinesischen Regierung verhaftet.
 
Das letzte Mal verschwand er im Februar 2009 und wurde erst im August 2014 aus dem Gefängnis entlassen - wegen der starken Unterernährung und der schweren Folter, befand er sich in schlechter Verfassung. Er konnte kaum sprechen, litt an Gedächtnisverlust und  war physisch und psychisch gebrochen worden.
 
Gao ist immer noch nicht auf freiem Fuss. Er befindet sich jetzt in Hausarrest bei seiner Schwägerin in Ürümqi.
 
Seine Ehefrau konnte jedoch mit ihren beiden Kindern 2009 in die USA fliehen, was ihm die Sorge um ihre Sicherheit nahm. Obwohl er immer noch überwacht wird erholt er sich,  dank der Pflege seiner Verwandten, sehr schnell.
 
Gaos Frau Geng He sagt, dass es ihn nach Büchern dürstet und er jetzt so viel liest, wie nie zuvor. Die meisste Zeit des Tages verbringt er mit Lesen, und seine Laune und sein Optimismus sind wieder genauso wie früher. Wegen der Überbelastung und der Misshandlungen im Gefängnis, bereiten ihm seine Wirbelsäule und seine Zähne große Probleme. Er verlor fast sein Leben, als seine Familie ihn zum Zahnarzt brachte, um zwei seiner Backenzähne ziehen zu lassen und seinen Zahnschmerzen ein Ende zu setzen. Nach dieser Behandlung blutete er pausenlos - und das für ganze zwei Wochen!
 
Als Gao von seiner Schwester nach Hause gebracht wurde, fragte Geng He nach den Fotos ihres Mannes, doch sie erhielt für einige Zeit keine Antwort. Gaos Schwester schickte ihr die Fotos erst nachdem  Gaos Gesundheit sich verbessert hatte und er besser aussah. Als Geng die Fotos sah, konnte sie trotzdem erkennen, wie schlecht ihr Mann ausgesehen haben musste, als er aus dem Gefängnis entlassen wurde.
 
Vor kurzem erfuhr sie bei einem Ferngespräch mit ihm eine herzzerreißende Nachricht. Laut der Epoch Times sagte er zu ihr: „Egal wann und wo ich bin, ich muss am 9. Januar in einen Hungerstreik treten.“
 
Warum? Es war der Tag, an dem er von seinen Kindern und seiner liebevollen Frau getrennt wurde, ein Tag, der eine unvergessliche Narbe bei ihnen allen hinterließ.
 
Zuvor hatte Geng He die USA dringend darum gebeten, Druck auf China auszuüben, damit ihr Ehemann in die Vereinigten Staaten kommen und sich medizinisch behandeln lassen konnte. „Das war ein unerfüllter Wunsch. Ich bin jetzt aber glücklich, dass ich mit ihm reden kann. Für mich ist das schon eine seelische Stütze“, sagt sie jetzt.

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