Wie junge Menschen ethnischer Minderheiten Hongkongs Rassismus beeinflussen

21-03-2015 12:22:54 Autor:   Ben Maloney Kategorien:   China , Gesellschaft , Menschenrechte

Filipino-Hausangestellte verbringen ihren einzigen freien Tag der Woche mit anderen Filipinos auf den Straßen von Hongkong. (Bild: Michael Coghlan/Flickr)

„Ich fühlte mich so, als ob ich mich an etwas beteiligte, was für Hongkong wichtig war, dann könnte ich vielleicht beginnen, mich als Teil dieser Gemeinschaft zu fühlen", sagte Jianne Soriano, eine 19-jährige Filipina.

Soriano ist Mitglied einer der vielen Minderheiten, die an den jüngsten Aktionen der Demokratiebewegung in Hongkong beteiligt waren. Sie kämpfen gegen die Rassendiskriminierung in der Stadt, die sie als ihr Zuhause ansehen.

Obwohl sie ihr ganzes bisheriges Leben in Hongkong verbracht hatte, wurde Soriano bereits in der Schule gesagt, dass sie nie so gut wie ihre chinesischen Kollegen sein wird. Sie wurde von ihrem Chef wegen ihrer kantonesischen Sprachkenntnisse verspottet und sie sagte auch, dass im Bus niemand in ihrer Nähe sitzen möchte. Die Entfremdung, die sie all die Jahre fühlte, begann im Zuge der Protestbewegung abzunehmen. Dort wurde sie mit offenen Armen willkommen geheißen.

Das war das erste Mal, dass sie sich in ihrer eigenen Heimatstadt als gleichgestellt fühlte.

Während der Proteste gab sie Radio-Interviews, schrieb Artikel und begann in Social Media Kampagnen für die Rechte ethnischer Minderheiten zu kämpfen. Jetzt träumt sie davon, Menschenrechtsanwältin zu werden: „Seit den Protesten fühlt es sich wie eine neue Ära für die Jugend an, in der sie ein Mitspracherecht in der Politik hat. Ich möchte sie dafür begeistern."

Menschenmengen während der Hongkonger Regenschirm-Bewegung im letzten Jahr. (Bild: Pasu Au Yeung/Flickr)

Soriano ist nicht die Einzige, die sich durch die Teilnahme an der Pro-Demokratie-Bewegung inspiriert fühlt. Jeff Andrews ist ein 29-jähriger Hongkonger aus einer indischen Familie. Nach den Protesten, bei denen er nächtliche Märsche organisierte, gründete er eine Gruppe, um andere südasiatische Jugendliche zu inspirieren, für politischen Aktivismus und Gleichheit zu kämpfen. Er behauptet, dass die Regenschirm-Bewegung „die ganze Landschaft von Hongkong verändert hat."

„Die jungen Leute haben gesehen, welche Macht Studenten haben und worum es dabei geht. Ethnische Minderheiten werden an die Tür [der Regierung] klopfen und Reformen fordern", sagte Andrews.

Anfang dieses Jahres rief er eine Petition ins Leben, um besseren chinesischen Sprachunterricht in den Schulen zu verlangen. Er leitet regelmäßige Treffen mit anderen Studenten, um Wege für Veränderungen in der Stadt zu diskutieren.

Andrew hat eigene Erfahrungen mit Rassismus in Hongkong gemacht, ihm wurden Arbeitsplätze verweigert und er wurde sogar wegen seiner Hautfarbe als „Monster“ beschimpft. Ihm wurde auch das Recht verwehrt, seine Mutter auf einem örtlichen christlichen Friedhof zu begraben, weil der Friedhof nur für das chinesische Volk sei.

Ethnische Minderheiten, vor allem mit südasiatischem Ursprung, machen in Hongkong weniger als 3 Prozent der Gesamtbevölkerung von 7 Millionen Menschen aus. Während Hongkongs Gesetze Rassendiskriminierung formal ächten, glauben viele, dass die Gesetze zu schwach sind und schlecht umgesetzt werden. Aktivisten wie Soriano und Andrews fordern die Regierung auf, diese Gesetze zu verstärken.

Eine Verteilung der Minderheiten in Hongkong. (Bild: had.gov.hk) 

Einiges davon wird bereits entworfen. Das Bildungsamt sagt, dass es derzeit an einem Integrationsplan für nicht chinesisch-sprachige Studierende arbeite und schon 26 Millionen Dollar pro Jahr veranschlagt hat, um ein neues Sprachprogramm zu entwickeln. Diese Änderungen sind ermutigend, und das Wichtigste ist vielleicht, dass junge Menschen, die Minderheiten angehören, jetzt das Gefühl haben, dass sie wirklich etwas in Hongkong erreichen können.

Hoffen wir, dass sie richtig liegen.

Schaut euch das folgende Video an. Es bietet einen tieferen Einblick in den Rassismus gegen Filipino-Hausangestellte in Hongkong:


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